18 Stimmen gegen Bahnhalt "Weilheim-Au" – Zuvor hitzige Diskussion im Weilheimer Stadtrat

Der Zug ist abgefahren

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In der Weilheimer Au wird es keinen Bahnhalt geben.

Weilheim – Letztendlich half alles nichts: Weder Appelle noch Argumente konnten die Mehrheit des Weilheimer Stadtrates davon überzeugen, für die weitere Planung des Bahnhaltepunktes „Weilheim-Au“ zu stimmen.

Ins Rollen gekommen war das Projekt über die Stationsoffensive Bayern, in deren Rahmen der Stadt Weilheim der zusätzliche Bahnhalt angeboten worden war. Im November 2017 wurde ein Grundsatzbeschluss für den Bahnhalt gefasst und festgelegt, eine Bürgerversammlung zu veranstalten. Bei dieser wurde vor Kurzem das Für und Wider mit Vertretern der Regierung von Oberbayern, der Bahn AG, dem Fahrgastverband „Pro Bahn“ sowie der Stadt diskutiert (wir berichteten).

In der letzten Sitzung des Stadtrates wurde darüber abgestimmt, ob das Projekt ins Planfeststellungsverfahren gehen oder endgültig gestoppt werden soll. Der Knackpunkt bei dem Verfahren ist, dass es nicht von der Stadt, sondern von der Bahn durchgeführt wird. Das Ganze dann wieder zu stoppen sei nicht so einfach, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW). Jedoch machte Loth ebenfalls deutlich, dass Weilheim auch im laufenden Verfahren noch miteinbezogen werden würde und „die rote Karte“ zeigen könnte.

Wie komplex dieses Thema ist, zeigte sich mitunter darin, dass sich selbst innerhalb der Fraktionen Befürworter und Gegner befinden. Die BfW entschieden sich jedoch geschlossen gegen den Bahnhalt. Darauf hätten sich die Mitglieder bei der letzten Sitzung nach eingehender Beratung verständigt, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Claus Reindl. Stattdessen stellten die BfW den Antrag, das gesparte Geld für den ÖPNV und die Radwege innerhalb von Weilheim zu verwenden.

Ebenfalls gegen eine weitere Verfolgung des Themas waren die Freien Wähler. Laut Fraktionsvorsitzendem Walter Weber sei für die Ablehnung die Kosten-Nutzen-Rechnung entscheidend. Zudem sei ein Bahnhalt in Polling wichtiger.

Bei den Grünen waren sich die Mitglieder nicht einig. Fraktionsvorsitzender Alfred Honisch, der sich dagegen aussprach, machte auf die anstehenden Investitionen Weilheims aufmerksam. Unter dieser Prämisse bezweifle er, dass sich der Aufwand für einen Bahnhalt an dieser Stelle vertreten lasse. Die SPD-FDP Fraktion stand komplett hinter dem Projekt. Sie würden den Zusatzantrag der BfW zwar befürworten, allerdings dürfe man das eine nicht gegen das andere ausspielen, sagte Fraktionsvorsitzender Ingo Remesch. Die Mitglieder würden sich vom möglichen Bahnhalt eine positive Auswirkung auf die innerstädtische Verkehrsstruktur und damit auch auf den ÖPNV sowie den Klimaschutz erhoffen.

In der CSU war man ebenfalls geteilter Meinung. Fraktionsvorsitzende Lunz-Schmieder, die den Halt befürwortet, sprach von Weilheims überregionaler Verantwortung als Oberzentrum. Es müssten auch die Pendler und diejenigen, die in Weilheim ihr Geld verdienen, berücksichtigt werden.

Von Sofia Wiethaler 

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