900 Kilogramm Kohle und "a narrisch guads Bier" bei Peißenberger Köhlertagen

Vor 7000 Jahren wurde damit Eisen geschmiedet, heute ermöglicht es die allseits beliebte Grillsaison: Holzkohle. Mit einer ganz besonderen können nun all diejenigen ihren Grill anheizen, die sich einen Sack Holzkohle vom Meiler der ersten Peißenberger Köhlertage besorgten.

Man musste schnell sein am vergangenen Freitag, um noch einen Sack des außergewöhnlichen Brennmaterials zu ergattern. Am Nachmittag lagen nur noch wenige Säcke zum Verkauf bereit und immer wieder fanden neue Kunden den Weg zur Berghalde in Peißenberg. Der Wind hatte den Verkohlungsprozess innerhalb des Meilers so stark beschleunigt, dass die Veranstalter mit viel Feingefühl für das Material nach einem Teststich in die Kohle entschieden, den Kamin statt wie geplant am Samstag, schon am Donnerstag zu löschen. Der Kohlenmeiler wurde eine Woche zuvor in aufwendiger und traditioneller Technik errichtet. Um einen Aufbau von Stangen, der die Funktion eines Kamins erfüllte, wurde auf eine Schicht Fichtenholz ein Bretterboden gelegt, in dem ein Zündkanal freigelassen wurde. Zwei Jahre gelagertes, völlig trockenes Buchenholz lieferte das Innenleben des mit Daxen und nassem Kohlenstaub bedeckten Meilers, der durch Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni Ende Mai entzündet wurde. Seither glühte das Holz fast luftdicht verschlossen im Meiler bei einer Temperatur von 500 Grad Celsius, streng bewacht von den Veranstaltern des Bier&Tradition-Vereins um Lothar Wagner. Die Männer, allesamt ehemalige Bergleute, Köhler und Brauer, nächtigten in einem Bauwagen, um ständig Wache halten zu können. Denn das Holz durfte nicht brennen, sondern musste langsam glühen, um zu Holzkohle zu werden. Der Glühprozess im Kohlenmeiler wurde durch kleine Löcher in dessen Mantel permanent überprüft und ein aufkommendes Feuer durch Lösche, feinsten, durchnässten Kohlestaub, erstickt. So konnte der Holzkohlenmeiler nach sieben Tagen erfolgreicher Holzkohleherstellung mit 200 Litern Wasser langsam gelöscht und das gesiebte Resultat von etwa 900 Kilogramm Brennmaterial an zahlreiche Kunden verkauft werden. Veranstalter Lothar Wagner beurteilte die Resonanz auf den Kohlenverkauf und die Köhlertage als „hervorragend“. Das Festzelt war „gut besucht“ und besonders Familien mit Kindern verbrachten eine gute Zeit bei den „ruhigen und friedlichen“ ersten Köhlertagen. Zur Erfrischung gab es „a narrisch guads Bier“ für die Erwachsenen.

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