Soziales Kinderfilm-Projekt "Joy in Iran" taucht in die Welt der "Clowns ohne Grenzen" ein

Clowns auf Mission im Iran

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Die Clowns sind hier nach der Show in einem iranischen Waisenhaus zu sehen.

Landkreis – „Joy in Iran“: Was für westliche Ohren zunächst wie ein fast unüberbrückbarer Gegensatz klingt, wird in Walter Steffens neuem Film zur grenzüberschreitenden Wirklichkeit. Denn die drei deutschen „Clowns ohne Grenzen“, die in dem Film zu sehen sind, zaubern mit Humor und Mitmenschlichkeit ein Lachen in die Gesichter ihrer meist jungen und oftmals traumatisierten Zuschauer.

„Joy in Iran“ erzählt von den Besuchen der Clowns „Happ“, „Hepp“ und „Hupp“ alias Susie Wimmer aus Weilheim, Andreas Schock aus Weißenburg und Dr. Monika Single aus Nürnberg in iranischen Hilfseinrichtungen für Waisen- und Straßenkinder, in Krankenhäusern, psychiatrischen Kliniken und Flüchtlingscamps.

Der umtriebige Dokumentarfilmer Walter Steffen hat bei seiner erfolgreichen Kinodokumentation „Happy Welcome“ schon einmal im Herbst 2015 die Arbeit der „Clowns ohne Grenzen“ Deutschland porträtiert, wie sie Freude in triste deutsche Flüchtlingsunterkünfte brachten. Doch ähnlich wie die „Ärzte ohne Grenzen“ sind auch die Clowns in Normalfall an Einsatzorten weltweit unterwegs.

Steffen begleitet im Film die drei Clowns auf ihrer Roadshow durch den Iran im Januar 2017. Die drei Künstler bringen in Teheran und in den iranischen Regionen von Kerman und Mashhad Freude, Glück und Liebe zu den Menschen, die sonst nicht viel zu lachen haben: Zu ehemals drogenabhängigen Frauen mit ihren Kindern, zu Waisen und Straßenkindern, zu kranken und psychisch labilen Kindern und zu Camps mit afghanischen Flüchtlingen. Allesamt sind es Orte am Rande der iranischen Gesellschaft, die dem Zuschauer einen besonderen Einblick in den Alltag dieses oft als zwiespältig empfundenen Landes ermöglichen: „Fast nirgendwo sonst habe ich diesen Unterschied so intensiv wahrgenommen – auf der einen Seite das Bild, das man aufgrund der meisten Medienberichte vom Iran hat und auf der anderen Seite so wundervolle, Kultur und Freiheit liebende Menschen mit einer Jahrhunderte langen Tradition der Gastfreundschaft und Herzlichkeit,“ resümiert der Regisseur den Roadtrip.

Neben den Clowns , allen voran die Hauptprotagonistin Susie Wimmer, kommt auch der international anerkannte Trauma-Psychologe Prof. Dr. Willi Butollo zu Wort. Er verdeutlicht mit seinen Aussagen die tief greifenden Heilungsprozesse, die bei den Shows in Gang gesetzt werden: „Der Clown bricht festgefügte Strukturen auf und überschreitet Grenzen, die andere nicht überschreiten dürfen. Die Kinder werden sich den Clown und seine Witze sehr lange merken.“ Damit wird der Film auch zu einer Reflexion über die Bedeutung des Humors für unsere menschliche Existenz und die Rolle des Lachens bei der Überwindung innerer und zwischenmenschlicher Grenzen.

„Joy in Iran“ ist ein soziales Kinofilm-Projekt, das die wichtige Arbeit der „Clowns Ohne Grenzen“ in Deutschland und weltweit unterstützt. Ziel ist, dass möglichst viele Menschen durch den Film von der wichtigen Arbeit der „Clowns ohne Grenzen“ erfahren. Der Film wird gleichzeitig ein ganz anderes, sehr menschliches Bild des Iran zeichnen und damit einen Beitrag zur Förderung des Friedens, der Freiheit und der Völkerverständigung leisten.

Die Low-Budget-Produktion ist gefördert durch den FilmFernsehFonds Bayern. Die Finanzierungsphase zum Crowdfunding von „Joy in Iran“ hat im November begonnen, der Kinostart ist für Anfang 2019 geplant. Möglichkeiten, die Realisation von Joy in Iran zu unterstützen, gibt es auf www.joy-in-iran.de/unterstuetzt-den-film.

Von Kreisbote

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