Westflügel des Peißenberger Krankenhauses soll zum Kindergarten werden

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Die Ökumenische Sozialstation ist im März 2018 ausgezogen. Nun soll das Erdgeschoss im ehemaligen Krankenhaus-Westflügel als Kindergarten genutzt werden.

Peißenberg – Nach dem Auszug der Ökumenischen Sozialstation steht der Westflügel des ehemaligen Peißenberger Krankenhauses leer. Was mit der Gesamtimmobilie langfristig passieren soll, steht noch in den Sternen. Im Erdgeschoss des Westflügels soll demnächst ein Kindergarten untergebracht werden – aber nur als provisorische Zwischenlösung.

2016 wurde das Peißenberger Krankenhaus geschlossen. Langfristige und konkrete Nutzungspläne gibt es aktuell nicht. Die Angelegenheit ist kompliziert. Die Marktgemeinde hätte Interesse daran, das städtebaulich bedeutsame Areal an der Hauptstraße vom Landkreis respektive der Krankenhaus GmbH zu erwerben. Allerdings gibt es einen Haken: Im Ostflügel des langgezogenen Gebäudekomplexes ist die Tagespsychiatrie der Lech-Mangfall-Kliniken untergebracht. Das schränkt den Pool an Nutzungsideen ein. Hinter den Kulissen wird an Lösungen gefeilt. Unter anderem ist ein Umzug der Tagespsychiatrie nach Weilheim im Gespräch.

In den Westflügel soll nach Auskunft von Bürgermeisterin Manuela Vanni aber zunächst einmal ein „Interimskindergarten“ einziehen – „und zwar allerhöchstens für fünf Jahre“. Danach soll im derzeitigen MTP-Gelände, das derzeit bauleitplanerisch in ein Wohn- beziehungsweise Mischgebiet umstrukturiert wird, ein neuer Kindergarten entstehen.

Die Gemeinde verzeichnet bei den Anmeldezahlen für die örtlichen Kinderbetreuungsstätten einen steigenden Trend. Aktuell befinden sich 20 Kindergartenkinder und zehn Krabbelgruppenkinder auf der Warteliste. „Alle werden wir dieses Mal nicht unterbringen können“, erklärt Vanni: „Wir haben heuer wesentlich mehr Kinder auf der Warteliste als sonst.“

Die Gemeinde war schon länger auf der Suche nach einem neuen Kindergartenstandort. Zuletzt hatte man den Tiefstollen ins Visier genommen. Doch eine Bodenuntersuchung an dem künstlich aufgeschütteten Gelände ergab ein ernüchterndes Ergebnis. Für die Gründung hätte man elf Meter in die Tiefe bohren müssen. „Das wäre zu teuer gewesen“, sagte Vanni. Deshalb nun die Idee mit dem Krankenhaus. Mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Kreiskämmerer Norbert Merk und einer Vertreterin des Jugendamts hat bereits ein Ortstermin stattgefunden. Das Gebäude sowie das großzügige Gartengelände wurden dabei als absolut geeignet für einen Kindergartenstandort eingestuft. Der Marktrat hat zudem in nichtöffentlicher Sitzung einhellig sein Einverständnis dazu gegeben, dass die Rathausverwaltung in Mietverhandlungen mit dem Landkreis respektive der Krankenhaus GmbH eintritt: „Ich bin guter Dinge, dass wir uns einig werden. Die GmbH wäre froh darüber, wenn der Westflügel zumindest vorübergehend genutzt wird. Es tut einem Gebäude einfach nicht gut, wenn es länger leer steht“, so Vanni.

Von Bernhard Jepsen

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