Kinderhort Franziskus und Kinderhaus Marie Himmelfahrt zelebrieren Jubiläum

Ein bisschen verrückt

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„Hey, du hast Geburtstag heute!“ sangen die Kindergartenkinder.

Weilheim – Die Mitarbeiter im Kinderhaus Mariae Himmelfahrt und im Kinderhort Franziskus sind verrückt – auf eine gute Art – das stand für Frank Jansen, Geschäftsführer des Verbandes Katholischer Tageseinrichtungen (KTK), bei seinem ersten Besuch in Weilheim vor 15 Jahren schnell fest. 

Zur Jubiläumsfeier am Donnerstag kam Jansen nun wieder, um zu gratulieren.

50 Jahre gibt es das Kinderhaus bereits, der Hort Franziskus kann auf 25 Jahre zurückblicken. Als Jansen zum ersten Mal in die Einrichtungen kam, musste er sich gerade mit einem Qualitätsmanagementsystem für Kindertageseinrichtungen beschäftigen. Bei den meisten traf er dabei auf Ablehnung. Nicht in Weilheim: Hier fand keiner die Idee grotesk. „Die beiden taffen Frauen waren avantgardistisch und machten sich an die Arbeit“, erinnerte Jansen sich an den Eifer, mit dem Hort-Leiterin Sabine Remmele und Kinderhaus-Leiterin Hildegard Schamper sich an das Projekt wagten. Mit Erfolg. Das Kinderhaus und der Hort zählten zu den ersten Einrichtungen, die bundesweit ein Qualitätsmanagement-Konzept hatten.

Kinderhaus und Hort feiern

„Kompetent in Glaubensfragen, überzeugend in der Bildungsarbeit und bereichernd für Familien“, hatte Jansen nur lobende Worte. Außerdem seien der Respekt vor Kindern sowie das Recht auf Teilhabe und Religion in beispielhafter Weise in beiden Häusern umgesetzt. 

Dennoch gab es auch kritische Töne in der Festrede. Jansen prangerte an, dass es kein bundesweites Qualitätsgesetz für Kindertageseinrichtungen gebe. Nur durch ein derartiges Gesetz könnten gleiche Voraussetzungen und faire Arbeitsbedingungen für Pädagogen im ganzen Land geschaffen werden. Als Geburtstagsgeschenk versprach Jansen, sich auch weiterhin dafür einzusetzen. Ein Geschenk hatte auch Bürgermeister Markus Loth dabei. 750 Euro Zuschuss gab es für das neue Piratenschiff, dass im Kinderhaus gebaut wird. Einen Dank für die „liebevolle und individuelle Betreuung“ sprach er im Namen der Stadt aus und erinnerte sich an seine eigenen Tage im Weilheimer Kindergarten. 

„Kinder brauchen Unterstützung und müssen lernen, das Leben zu verstehen“, hob er die Bedeutung der Arbeit in den Tagesstätten hervor. Für Abwechslung zwischen den Reden sorgen mehrere Einlagen. Zunächst sangen die Kindergartenkinder, dann die Hortkinder und schließlich auch die Mitarbeiter eigens für die Feier gedichtete Lieder. Die Chronik der letzten 50 Jahre sorgte für Lacher unter den etwa 150 geladenen Gästen. Remmele und Schamper peppten die Zahlen mit amüsanten Vergleichen auf.

Alles andere als langweilige historische Fakten gab es auch im Vortrag von Dr. Joachim Heberlein. Er erzählte von den Anfängen der Kinderbetreuung in der „Kinderbewahranstalt“ und streute immer wieder interessante Passagen aus Originaltexten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ein. 

Gegen Ende des Abends gab es dann noch eine besondere Überraschung: Dr. Döblingers geschmackvolles Kasperltheater präsentierte ein Stück, das extra zum Jubiläum umgeschrieben wurde. 

Zum Abschluss verteilten die Leiterinnen beider Häuser Blumen an alle Mitarbeiter und dankten ihnen für ihren Einsatz und ihre gute Arbeit: „Wir können nur so gut sein wie ihr!“

Von Ursula Gnadl

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