Achtköpfige SOS-Kinderdorf-Familie hat sich gut eingelebt

Neues Leben im "Kinderhof Valentin"

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SOS-Kinderdorfmutter Jacqueline Linßner und ihr Partner Ronny Niesner fühlen sich wohl im „Kinderhof Valentin“ in Fischen, wo sie sechs Kindern ein neues Zuhause bieten.

Pähl/Dießen – Jahrelang konnten sich im „Kinderhof Valentin“ im Pähler Ortsteil Fischen an Krebs erkrankte Buben und Mädchen aus der Tschernobyl-Region erholen (wir berichteten). In Zukunft wird ihnen dies in Tirol möglich sein. Dafür steht das Anwesen in Fischen jetzt einer SOS-Kinderdorffamilie mit sechs Kindern zwischen eineinhalb und 14 Jahren zur Verfügung. Dank der freundlichen Aufnahme hat sie sich im Dorf inzwischen schon gut eingelebt.

SOS-Kinderdorfmutter Jacqueline Linßner und ihr Partner Ronny Niesner mussten ihre Entscheidung gar nicht lange überlegen. Sie hatten sich auf den ersten Blick in den „Kinderhof Valentin“ mit seinem geräumigen Wohnzimmer und dem großen Garten verliebt, als dieser von der SOS-Kinderdorf-Stiftung übernommen wurde. Sie stimmten dem vorgeschlagenen Umzug aus dem SOS-Kinderdorf in Dießen deshalb rasch zu.

Dafür nahm das Paar gerne turbulente Wochen zwischen Umzugskartons, schon lange geplantem Urlaub und der Aufnahme von zwei weiteren Kindern zur bereits sechsköpfigen Familie in Kauf. Außerdem musste es eine Weile mit Praktikantin und Bundesfreiwilligendienst auskommen, da Erzieherin und Hauswirtschafterin mangels Auto nicht in Fischen arbeiten konnten.

Doch dafür waren die Kinder schnell begeistert von ihrem neuen Zuhause. Sie müssen nun zwar mehr mit anpacken als dies im SOS-Kinderdorf der Fall war, weil die Familie stärker auf sich gestellt ist. Doch das macht ihnen auch richtig Spaß. Zudem hat jetzt fast jedes von ihnen ein eigenes Zimmer und vor allem auch mehr Platz zum Spielen.

Ein paar der Kinder haben schon Freunde in Fischen gefunden. Überhaupt hat das Dorf die Familie „sehr freundlich aufgenommen“, freut sich Niesner: Beim Dorfladen dürfen die Kinder die Kühe füttern, eine Pizzeria versorgt sie allabendlich mit Brot.

Die enge Verbindung zu ihrem SOS-Kinderdorf bleibt natürlich erhalten. Die drei Buben und drei Mädchen nehmen weiter am Lauftreff, an den Festen oder am Kinder- und Jugendrat teil. Linßner tauscht sich nach wie vor mit den anderen SOS-Kinderdorfmüttern aus und zieht im Fall des Falles den Fachdienst hinzu.

Mittlerweile ist schon der Alltag in Fischen eingekehrt, seit Kurzem unterstützt Viola Adamczyk als Erzieherin die Familie, demnächst kommen noch eine weitere Erzieherin und eine Hauswirtschafterin ins Team. Nun wartet die Familie nur noch sehnsüchtig auf einen Bus, der ihnen schöne gemeinsame Ausflüge ermöglichen soll. Die älteren Kinder vermissen lediglich das unkomplizierte Einkaufen in Dießen. Doch auch da gibt es mit dem geplanten Rewe-Neubau bald Abhilfe.

Der Umzug hat außerdem zehn Jugendlichen geholfen. Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge haben mittlerweile das alte Familienhaus der SOS-Kinderdorffamilie bezogen und werden dort rund um die Uhr betreut.

von Kreisbote

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