Kinderschutzbund im Landkreis sieht sich als Anlaufstelle für Familien in Not

Eine Lobby für Kinder

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Brigitte Honisch (re.) und Denise Blind setzen sich für Kinder und deren Familien in schwierigen Lebenslagen ein.

Weilheim/Landkreis – Wenn das Geld für den Schulranzen oder die Brille fehlt, die Stromrechnung überfällig ist, der Vater den Kindesunterhalt nicht zahlt… Es gibt viele Gründe, die vor allem alleinerziehende Mütter überfordern und in große Bedrängnis bringen können. Da ist eine schnelle, unbürokratische (finanzielle) Hilfe gefragt, wie sie auch der Kinderschutzbund Kreisverband Weilheim-Schongau e.V. den Familien im Landkreis gewährt.

Brigitte Honisch hat vor einem Jahr den Vorsitz im Verein übernommen, der 2001 gegründet wurde und aktuell 20 Mitglieder zählt. Braucht es angesichts vieler Anlaufstellen im Landkreis, bei denen sich Eltern fachliche Hilfe holen können, auch noch den Kinderschutzbund? Honisch, die mit der zweiten Vorsitzenden Denise Blind zum Redaktionsgespräch kommt, bekräftigt ihr Ja mit praktischen Beispielen aus der ehrenamtlichen Kinderschutzarbeit: Ist das Konto blank, der Kühlschrank leer oder eine wichtige Investition unaufschiebbar, kann eine Familie – ob selbst verursacht oder unverschuldet – in große Not geraten. In manchen Fällen helfe schon ein guter Ratschlag weiter. „Oft sind die Menschen einfach froh, wenn sie mit jemandem offen über ihre Probleme reden können“, erlebt Honisch immer wieder. Der Kinderschutzbund, fährt sie fort, verstehe sich als eine Art Sprachrohr für Kinder: „Wir können nur beraten, an entsprechende Fachstellen – wie Caritas, Schwangerschaftsberatung oder Jugendamt –, weitervermitteln, aber nicht selbst aktiv werden.“ Auch ein kostenloser Nachhilfeunterricht kann organisiert werden. Dass die Gespräche vertraulich behandelt werden, versteht sich von selbst.

Ihre Stellvertreterin Denise Blind ist freiberuflich als sozialpädagogische Familienhelferin tätig. Sie begleitet die Hilfsbedürftigen beispielsweise zum Einkaufen und erlebt dabei, „wie jeder zur Verfügung gestellte Euro fünfmal umgedreht wird“. Familien, die mit der Gesellschaft finanziell nicht mithalten können, fühlen sich schnell ausgegrenzt, das bekommen vor allem die Kinder zu spüren. Die Kontakte zum Verein werden hauptsächlich über die Familienhelferinnen hergestellt.

Pro Jahr werden an den Kinderschutzbund im Landkreis circa 50 Anfragen und Wünsche gerichtet. Um ihnen nachgehen zu können, braucht es mehr passive Vereinsmitglieder und Spenden von Privatpersonen sowie Firmen. Honisch berichtet von „treuen Spendern“, die den Kinderschutzbund seit vielen Jahren tatkräftig unterstützen. So käme bei einem privat organisierten Weißwurstessen in der Weihnachtszeit, für das ein Restaurant in Weilheim sein Lokal zur Verfügung stellt, ein stattlicher Betrag zusammen. Geld, das ausschließlich an Familien in prekären Situationen weitergegeben wird.

Mehr über die Arbeit des Kinderschutzbundes ist unter Tel. 0881/7202 bei Brigitte Honisch und per E-Mail: denise.blind@gmx.de zu erfahren.

Von Maria Hofstetter

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