Sechs Wochen fast ohne Alkohol: Zwei Klassen aus dem Landkreis gewinnen bei Wettbewerb

Mit klarem Blick in die Zukunft

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Ein Teil der Schüler der beiden Gewinnerklassen mit ihren Lehrern und Vertretern des Gesundheitsamtes Weilheim-Schongau bei der Preisübergabe.

Weilheim – Spritziger Sekt beim Firmenjubiläum, exotische Cocktails in der Disko oder ein kühles Bier unter Freunden: Alkohol gehört für viele im Alltag und beim Feiern einfach dazu. Da kann es schnell mal passieren, dass aus einem Glas plötzlich die ganze Flasche wird. 541 Klassen deutschlandweit stellten sich dabei der Herausforderung, sechs Wochen lang auf riskanten Alkoholkonsum zu verzichten. Darunter auch die 10Ma der Josef-Zerhoch-Mittelschule in Peißenberg sowie die Klasse BZ 10a der Staatlichen Berufsschule in Weilheim.

Anlass war das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) initiierte Programm „Klar bleiben. Feiern ohne Alkoholrausch“, das sich primär an Klassen der Stufe 10 richtet. Gerade in der Faschingszeit, vom 21. Januar bis zum 1. März diesen Jahres, wurden die Schüler-

Innen dabei einmal in der Woche über ihren Alkoholkonsum abgefragt, wie Stephanie Siegmund, Klassenlehrerin der BZ 10a der Staatlichen Berufsschule, erklärte. Die Klasse musste Rückmeldung geben, ob riskant Alkohol konsumiert wurde oder nicht. „Klar bleiben heißt nicht, gar nichts zu trinken, sondern verantwortungsvoll zu konsumieren“, so Peter Hofer, Suchtbeauftragter an der Berufsschule. Diejenigen, die bis zum Ende „klar geblieben“ sind (mit einer Fehlerquote von 10 Prozent) konnten in einer Verlosung mit Zufallsprinzip Preise gewinnen. Unter den 488 Gewinnern in ganz Deutschland waren auch die 10Ma der Josef-Zerhoch-Mittelschule in Peißenberg sowie die Klasse BZ 10a der Staatlichen Berufsschule in Weilheim dabei. Aus diesem Grund wurden die beiden Klassen vor Kurzem im Gesundheitsamt des Landkreises in Weilheim, das auch seit vielen Jahren Aktionen zur Prävention von riskantem Alkoholkonsum durchführt, geehrt.

„Es ist toll, dass ihr einen Preis gewonnen habt und euch bei diesem Wettbewerb mit eingebracht habt“, sagte Gesundheitsamtsleiter Dr. Stefan Günther stolz. Momentan würde so wenig Alkohol wie nie zuvor unter Jugendlichen konsumiert werden. Er bezog sich dabei auf die im Mai 2019 durch die BZgA veröffentlichten Zahlen: Waren es 2004 noch 22,6 Prozent, ist der Anteil unter den Zwölf- bis 17-Jährigen, die sich im letzten Monat in einen Rausch getrunken haben mit 13,6 Prozent seit mehreren Jahren relativ konstant. „Das ist ein super Ergebnis, was die Suchtpräventionsarbeit betrifft“, so Günther. Allerdings bereite ihm die Entwicklung unter den 18- bis 25-Jährigen Sorgen: Nach einer rückläufigen Entwicklung in den vergangenen Jahren ist das Rauschtrinkern in dieser Altersgruppe aktuell mit 37, 8 Prozent wieder angestiegen (Quelle: BZgA). Gerade das Rauschtrinken von jungen Frauen nehme dabei immer mehr zu. „Alkohol sollte aber nicht zum Leben gehören wie Butter oder Brot“, betonte Günther.

Wie wichtig Präventionsarbeit bei diesem Thema ist, weiß auch Petra Regauer, Sachgebietsleiterin Prävention und Gesundheitsförderung am Gesundheitsamt. „Das fängt schon im Mutterleib an“, so Regauer. Vor zehn Jahren sei der unkontrollierte Alkoholkonsum besonders schlimm gewesen. 2009 wurden im Schnitt noch 120 Jugendliche im Jahr mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, 2018 waren es noch 15. „Das zeigt, dass unsere Präventionsarbeit wirkt“, so Regauer. Alleine darüber zu reden und über sein Konsumverhalten nachzudenken könne da schon viel bewegen.

Von dem Projekt positiv überrascht waren auch die Schüler der beiden Gewinnerklassen aus dem Landkreis. „Es war sehr interessant zu sehen, wie viel beziehungsweise wie wenig man eigentlich trinkt“, so Lars Steffens von der Staatlichen Berufsschule. „Am Montag hat man dann nicht mehr darüber gesprochen, wie viel man getrunken hat, sondern wie wenig man getrunken hat“, so Steffens. Da die Gewinner per Zufallsprinzip ausgelost wurden, erhielt die 10 Ma der Josef-Zerhoch-Mittelschule 300 und die Klasse BZ 10a der Staatlichen Berufsschule 100 Euro. Das Geld wird voraussichtlich in die bevorstehende Abschlussfahrt beziehungsweise in gemeinsame Aktionen wie Eisessen gehen investiert.

Von Maria Lindner

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