Kleine Geste für große Leistung – Ehrenamtliches Schaffen von zehn WeilheimerInnen mit dem Ehrenzeichen gewürdigt

Zum 13. Mal verlieh die Stadt Weilheim Ehrenzeichen. Bürgermeister Markus Loth (hi.re.) und 2. Bürgermeister Ingo Remesch (vo.li.) beglückwünschten die Empfänger. Foto:Gsöll

Vom Gemeinschaftsgeist und Miteinander geprägt war die Weihnachtssitzung des Stadtrates. Tannengrün, Nüsse und Spekulatius zierten die festlich gedeckten Tische in der Stadthalle. Das Bläserquintett der städtischen Musikschule trug seinen Teil zum Gelingen der Feier bei. Markus Loth bat zehn verdiente WeilheimerInnen auf die Bühne. Neben einem herzlichen „Vergelt´s Gott“ holten sich diese vom Bürgermeister das Ehrenzeichen in Silber ab.

Über viele Jahre hinweg – mindestens 20 Jahre lang – haben sich die Geehrten im kulturellen, sportlichen, sozialen oder einem anderen Bereich in der Stadt „hervorragende Verdien­ste“ erworben. Wobei die Betonung nach Loths Worten auf „Verdienste“ liegt, denn „nur dabei sein genügt nicht“. Überall sind Ehrenamtliche tätig, erinnerte Loth, und gewährleisten mit ihrer Arbeit, „dass unsere Gesellschaft funktioniert“. Stellvertretend für alle verliehen Loth und sein Stellvertreter Ingo Remesch zehn Ehrennadeln. Mit dieser Geste verbanden sie den Wunsch, dass die Auszeichnung auch von anderen Bürgern als Ansporn verstanden werde, freiwillig Dienst am Nächsten zu tun. Heinz Botsch, Gründungsmitglied und Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos, liegen der Erhalt und die Pflege dieses Biotops am Herzen. Geht es um das Handanlegen, ist der Weiheimer an vorderster Stelle mit dabei. Botsch führt Naturinteressierte bei Radwanderungen durch das Weil­heimer Moos und war maßgeblich an der Erstbeschilderung des Ammer-Amper-Radweges beteiligt. Susanne Buchele baute das im Jahr 1986 gegründete Akkordeon-Orchester der Musikschule auf und spielt darin heute noch mit ihrem Akkordeon die „erste Geige“. Buchele organisierte Musikkonzerte, Veranstaltungen und zeichnete bis zum vergangenen Jahr für das Armonico-Jahreskonzert verantwortlich. Josef Ebert ist Jugendleiter des Weilheimer Fischereivereins. Er motiviert(e) den Nachwuchs, sich dafür einzusetzen, dass die Gewässer in ihrem natürlichen Zustand ebenso wie der heimische Fischbestand erhalten bleiben. Der Geschäftsmann bereitet Jungfischer auf die staatliche Fischerprüfung vor und organisiert die jährlich zwei Mal stattfindenden Zeltlager an einem Fischweiher im Landkreis. Harald Forster leitete 18 Jahre den SSV Marnbach-Deutenhausen. In seine Ära fielen die Neugründung der Abteilungen Kinderturnen, Kindertanzgruppe, Radsport und Dart. Forster veranstaltete das beliebte Spielfest, Zeltlager und die Weihnachtsfeier mit Fackelwanderung für Kinder und Jugendliche, das Eisstockschießen auf dem Blaslweiher und investierte viel Zeit in die Ausrichtung des groß gefeierten 25-jährigen Gründungsfestes des Sport- und Schützenvereins. Klaus Förster ist seit 26 Jahren ohne Unterbrechung Trainer beziehungsweise Übungsleiter der TSV-Turnabteilung. Als Gründungsmitglied und erster Vorsitzender des Fördervereins Geräteturnen/Kunstturnen im Landkreis setzte sich Förster bereits vor zehn Jahren für den Bau der „Schnitzelgrube“ an der Hardtschule ein. Dank dieser Sportanlage ist die TSV-Turnabteilung zum Nachwuchsstützpunkt des Bayerischen Turnverbandes avanciert. Auch für das TSV-Nikolausturnen zeichnet Förster verantwortlich. Friedrich Heinrich erhielt das Ehrenzeichen für sein Engagement in Sport-, Veteranen- und Soldatenverein sowie im Kirchenrat zuerkannt. Sportheim- und Turnhallensanierung, Unterhalt des Vereinsheimes, Organisieren dreitägiger Jugendausflüge, Alarmsicherung und Glockengeläut der Pfarrkirche: Vieles trägt Heinrichs Handschrift, die Elektroheizung im Sportheim hat der gelernte Elektriker selbst eingebaut. Xaver Kastl jun. gilt als eine der tragenden Säulen im Heimat- und Trachtenverein wie auch in der Heimat- und Trachtenvereinigung Huosigau. Kastl baute ein Vereinsarchiv und eine Bücherei für Brauchtum, Heimatkunde, Tracht auf, erstellte zum 75-Jährigen des Vereins eine Chronik, organisierte Ausstellungen und engagierte sich als Vorplattler. Seit 20 Jahren ist Kastl für das Tanzprogramm bei der Bayerischen Woche in Narbonne verantwortlich. Anna-Elisabeth Mangold hat sich im Kirchenchor Marnbach-Deutenhausen als zentrale Stimmführerin und Alt-Solistin einen Namen gemacht. Mehr als vier Jahrzehnte lang erfreut sie mit ihren Schwestern in der Altbayerischen Volksmusikgruppe „Geschwister Schambeck“ das Publikum weit über die Landkreisgrenzen hinaus. Mangold wirkte im Elternbeirat des Kindergartens und im Pfarrgemeinderat konstruktiv mit. Anton Reiser stellt seit mindestens zehn Jahren beim Maibaum aufstellen in Unterhausen sein organisatorisches Geschick unter Beweis. Beim Ausbau des Vereinsheimes „Deininger Anwesen“ führte er viele Arbeiten unentgeltlich aus. Bei den Jubiläumsfesten der Feuerwehr, der er seit acht Jahren vorsteht, ist Reiser unentbehrlich; nach Übungen und Einsätzen versorgt er seine Kameraden mit deftigen Brotzeiten. Reiser betreut das von ihm erstellte Weihnachtskripperl in der Kirche Unterhausen. Rosemarie Schmid und das Weilheimer Herbstsingen sind eng miteinander verbunden: Die Idee zu dieser Veranstaltung, die die Weilheimerin heuer bereits zum 20. Mal ohne Unterbrechung organisierte, wurzelt in der Liebe Schmids zur traditionellen alpenländischen Volksmusik und zum Gesang. Mit dem Erlös des Herbstsingens, das stets in ausverkaufter Stadthalle über die Bühne geht, wird die Heimat- und Brauchtumspflege in Weilheim unterstützt. Mit den Weilheimer Sängerinnen tritt Schmid seit 35 Jahren erfolgreich auf und trägt so den Namen der Stadt Weilheim in das ganze Oberland hinaus.

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