Stelle ohne Ausschreibung vergeben

Das Einstellungsverfahren für die Klimareferentin im Landkreis verlief ungewöhnlich, aber rechtskonform ab

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Hinter verschlossenen Türen wurde eine Klimareferentin für den Landkreis eingestellt. Im Umweltausschuss sorgte das nicht bei jedem für Verständnis.

Landkreis – Im Landkreis soll es ab dem kommenden Jahr einen Klimareferenten geben. Für die Stelle ist auch schon jemand gefunden worden. Die Art und Weise, wie das geschehen ist, sorgte im Umweltausschuss für teils erstaunte Gesichter.

Am Anfang jeder Mitarbeitersuche steht die Ausschreibung. Dafür sollten die Mitglieder des Ausschusses eigentlich ein Stellenprofil für den zukünftigen Klimareferenten erarbeiten. Doch im Landratsamt Weilheim-Schongau wurde das Pferd kurzerhand von hinten aufgezäumt. Wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß in der Sitzung verkündete, habe man schon eine Dame für die Stelle gefunden. Ganz ohne Ausschreibung. Und ohne konkretes Stellenprofil.

Wie Jochner-Weiß erklärte, habe sich eine Frau, die derzeit im Bayerischen Landtag beschäftigt ist, für die Stelle der Referentin für Wirtschaftsförderung beworben. Bei dem Vorstellungsgespräch habe man allerdings festgestellt, dass „sie perfekt für das Referat Mobilität und Klima“ sei. Das sei auch in München ihr Aufgabenbereich gewesen. Im Landkreis werden die Referate Klima und Mobilität deshalb nun vorübergehend vereint.

Im Kreisausschuss, wo die noch nicht namentlich bekannte Dame in einer nicht-öffentlichen Sitzung vorgestellt wurde, sei man begeistert gewesen, so die Landrätin. Maiken Winter (ÖDP) widersprach: „Ich habe da etwas anderes gehört.“ Es habe wohl auch einige Mitglieder gegeben, die nicht begeistert gewesen seien. Jochner-Weiß schmetterte die Anmerkung jedoch ab. Es habe keine negativen Meldungen gegeben und außerdem: „Dinge aus einer nicht-öffentlichen Sitzung gehören jetzt nicht hierher.“ Auch auf die Frage von Winter, ob es rechtlich denn korrekt sei, eine Stelle ohne Ausschreibung zu vergeben, antwortete Jochner-Weiß nur mit einem kurzen und entschlossenen „Ja“.

Zu einer großen Diskussion kam es nicht mehr. Georg Leis, Geschäftsleiter beim Landratsamt, erklärte, „die Stelle ist gesetzt“. Da die Konzeptionsphase für die Fortschreibung des Klimakonzeptes bald starte, habe die Stellenbesetzung zeitnah geschehen müssen.

Anfangen wird die Klimareferentin wohl im Februar 2021. Im nachträglichen Stellenprofil hat sich der Umweltausschuss einstimmig unter anderem auf folgende Aufgaben geeinigt: Mitwirkung und Weiterentwicklung von Klimazielen, Koordination und Organisation von Maßnahmen sowie Vernetzung mit Klimaschutzakteuren im Oberland.

Von Stephanie Novy

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