Stand und Ausblick zum Klimaschutzkonzept – Lob und Kritik an bisheriger Umsetzung

Leichter gesagt als getan

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Elektromobilität war ein Thema in der Sitzung.

Landkreis – Nicht nur die großen Weltmächte tun sich mit dem Thema Klimaschutz schwer, auch im Landkreis Weilheim-Schongau gibt es bei diesem Thema großen Redebedarf.

2007 wurde im Kreistag die Resolution mit dem Ziel beschlossen, bis 2020 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. 2010 wurde dann im Kreistag ein Klimaschutzkonzept mit 150 Maßnahmevorschlägen verabschiedet und der Landkreis trat der Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO) bei.

Seit der Resolution sind inzwischen zehn Jahre vergangen, ein guter Zeitpunkt, um über den jetzigen Stand und die weiteren Ziele zu sprechen. Das taten Justina Eibl, Stabsstellenleiterin Wirtschaftsförderung, Kreisentwicklung, Regionalmanagement, Andreas Scharli, Energiemanager EWO und Dr. Stefan Emeis, der wie Scharli Mitglied im Fachbeirat Energie ist, vor Kurzem in der gemeinsamen Sitzung des Kreis- und Umweltausschusses sowie des Fachbeirats Energie. Umgesetzt wurden zum Beispiel einige zielgruppenorientierte Maßnahmen, wie Energiebeauftragte für Kommunen und die Energiemesse sowie der Preis „Ökoprofit“ für die Wirtschaft. Für Bürger gab es mitunter die Printserie „Prima Klima“, sagte Eibl. Erste Ergebnisse seien beispielsweise, dass Interesse und Akteure für das Thema gewonnen und das Bewusstsein gefördert werden konnten. Es sei ein starkes Netzwerk entstanden, so Eibl. Weniger positiv fiel der Punkt „Zahlen, Daten, Fakten“ aus. Im Bereich Strom wird der Landkreis sein Ziel vermutlich erreichen und in puncto Wärme wird es zwar verfehlt, jedoch stimmt die Tendenz. Anders sieht es beim Thema Verkehr aus. Hier habe es überhaupt keine Einsparung gegeben, sagte Emeis.

Bei der Vorstellung der künftigen Projekte beziehungsweise der Vorschläge des Fachbeirats wurde unter anderem die Forderung nach einem Klimaschutzbeauftragten für den Landkreis laut. „Wir brauchen jemand, der die Fäden fest in der Hand hat“, betonte Scharli. Er als Externer käme im Landratsamt oft nur sehr zäh weiter. Momentan kümmert sich Eibl mit um dieses Aufgabengebiet. Landrätin Andrea Jochner-Weiß deutete an, dass es für diese Belange eine zusätzliche halbe Stelle ab Januar 2018 innerhalb der Stabstelle II geben wird. Ein weiterer Vorschlag war die Umsetzung des Quartierskonzepts (dabei nutzen mehrere Gebäude eine gemeinsame Wärme- und Stromversorgung) für das Landratsamt Weilheim-Schongau sowie die Entwicklung eines solchen Konzeptes für den Komplex Jahnhalle, Schwimmbad, Realschule und Gymnasium. „Dort lässt sich wirklich was einsparen“, sagte Emeis. Darüber hinaus wurde die Wiederinbetriebnahme des Bahnhofs Polling mit Pendlerparkplatz und Pendlerzentrum genannt. Noch offen bei den Maßnahmen des bereits beschlossenen Aktionsplans sind zum Beispiel die Infrastruktur E-Mobilität und die Erstellung kommunaler Energieleitbilder.

Hans Geisenberger (Unabhängige/ödp) bedauerte, dass die EWO beim Bau der Berufsschule nicht miteinbezogen wurde. Hier sei die Optik leider wichtiger als der Klimaschutz gewesen. Ein Glas-Betonkomplex sei nicht unbedingt energetisch. Aus seiner Sicht könnten E-Autos das Problem nicht lösen, da sich dies nicht positiv auf das Verkehrsaufkommen auswirken würde. Karl-Heinz Grehl (Bündnis 90/Grüne) lobte zwar die Arbeit von Eibl, sie habe sich in den letzten Jahren sehr bemüht, allerdings sei relativ wenig Konkretes passiert. Zum Thema Elektromobilität räumte Grehl zwar ein, dass sie „nicht das Gelbe vom Ei“ sei, jedoch plädierte er dafür, erstmal „ein paar“ Ladestationen zu bauen. Deutlich positiver sah das Ganze Michael Asam (SPD). Man müsse es nicht so schlecht reden, sagte Peitings Bürgermeister. Bestimmte Sachen ließen sich nicht so schnell umsetzen, man müsse bei allem guten Willen auch die Realität erkennen. Wolfgang Taffertshofer (BfL) regte an, bei dem Quartierskonzept für den Komplex Jahnhalle, Schwimmbad, Realschule und Gymnasium die Förderschule sowie das Krankenhaus zu berücksichtigen.

Von Sofia Wiethaler

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