Klimaschutznetzwerk im Oberland startet ins neue Jahr – Klimagipfel am Schneefernerhaus

Gemeinsame Ziele für 2018

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Dr. Inga Beck von der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus mit den Klimaschutzmanagern und -beauftragten der vier Landkreise und Ellen Esser, Energiewende Oberland Penzberg. Weilheim-Schongau war mit Regionalmanagerin Judith Dangel (2.v.re.) vertreten.

Region– Die Landkreise der Planungsregion 17 haben sich mit dem Beitritt zur Energiewende Oberland ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Bis 2035 soll die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern erreicht werden.

Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach müssen im Klimaschutz an einem Strang ziehen. Die KlimaschutzmanagerInnen und -beauftragten der vier Landkreise und deren Kommunen trafen sich zu einem Klimagipfel auf der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus, weil hier der Klimawandel am deutlichsten seh- und messbar ist. Auf dieser Station arbeiten ständig über zehn Wissenschaftsteams in der regionalen und globalen Klimaforschung. Sie gaben den Besuchern Ein- und Ausblicke auf ihre Ergebnisse für das regionale Klima im Oberland. Zum Beispiel, dass der Temperaturanstieg in den Bergregionen extremer ausfallen wird als in flacheren Gegenden Bayerns. In den bayerischen Alpen ist mancherorts bereits ein jährlicher Temperaturanstieg um 0,3 Celsius messbar, wie am Blaueisgletscher in Berchtesgaden.Die jährlichen Niederschläge werden in den Wintermonaten zunehmen, während im Sommer mit häufigeren Starkregenereignissen zu rechnen ist. Wie und wo die Daten für die Forschungsergebnisse erhoben werden, erfuhren die Besucher im Kammstollen – ursprünglich ein Verbindungsstollen zwischen Tiroler Bergstation und Schneefernerhaus – wo seit vielen Jahren der Permafrost, also dauerhaft gefrorener Boden und gefrorenes Gestein, im Zugspitzmassiv gemessen und untersucht werden.

Bei der Messung der Luft, wo CO2, Chemikalien und Radioaktivität erfasst werden, kommt es auf höchste Präzision und Reinheit an. Im gesamten Haus herrscht Rauchverbot. Es gibt keine Verbrennungsmotoren, selbst die Schneefräse läuft im Akkubetrieb. Vor allem die Entwicklungen und Prognosen der CO2-Konzentration, Methan, Feinstaubwerte und Luftfeuchtigkeit spielen für die Arbeit der Klimabeauftragten eine wichtige Rolle, sie bestimmen maßgeblich die Klimaveränderung. Klimaforscher und -schutzmanager werden noch intensiver zusammenarbeiten. Regelmäßig sollen ein Austausch der Forschungsergebnisse sowie einzelner Klimaschutzmaßnahmen in der Region stattfinden. Auch das Schneefernerhaus soll in den nächsten Jahren CO2-neutral werden, derzeit wird dazu eine Machbarkeitsstudie mit der TUM im Rahmen einer Masterarbeit erstellt. Ein zentraler Anlass für das Treffen der Klimaschutzmanager waren der Austausch und die intensive Abstimmung der anstehenden Klimaschutz-Projekte im Oberland. Hier wird immer deutlicher, dass es auf „landkreisübergreifendes Teamwork“ ankommt, wie es in dem Bericht aus dem Landratsamt heißt.

Der Bereich Mobilität muss über die gesamte Region gedacht werden, gemeinsame Aktionen sind in der E-Mobilität geplant, die Aktion Stadtradeln 2018 wird zeitgleich in der gesamten Region veranstaltet.

Im Oberland startet nun ein Klimaschutznetzwerk mit gemeinsamen Zielen und Projekten ins Jahr 2018.

Von Kreisbote

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