Makler soll Verkauf voran bringen – Diskussion mit 150 Besuchern

Klosterverkauf in Sackgasse

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Bei der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Lui Knoll (3.v.l) tauschten (v.li) Klaus Papenfuß, Bürgermeister Helmut Dinter, Schwester Hildegard Lansing, Franz Langer und Dr. Hans Rohrmann ihre Argumente zum Verkauf des Klosters Wessobrunns aus.

Wessobrunn – Jahrelang stand das Pollinger Kloster leer. Jetzt scheint sich eine Lösung für eine Folgenutzung abzuzeichnen. So weit ist es in Wessobrunn noch nicht.

„Wir sind in einer Sackgasse“, meinte Schwester Hildegard Lansing zum aktuellen Stand der Verkaufsverhandlungen bei der Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle. Neuen Schwung soll jetzt ein Makler bringen, den die Oberin der Missionsbenediktinerinnen nach dem Absprung des Klinikinvestors einschaltete. Das war eine der wenigen Neuigkeiten, die die gut 150 Besucher bei der von Radiomoderator Lui Knoll geleiteten Podiumsdiskussion bekamen.

Hin und wieder gelang es ihm, die Diskussionsteilnehmer aus der Reserve zu locken. Auf seine Frage nach dem Preis für das Kloster erklärte Schwester Hildegard: „Der ist Verhandlungssache. Für einen Euro bekommen Sie es aber nicht.“ Eine gemeinsame Lösung zusammen mit dem Gebäudeteil, der der Pfarrpfründestiftung gehört, sieht sie derzeit nicht. „Wir müssen wohl eine „Nebeneinander-Lösung“ finden,“ führte Schwester Hildegard aus. Eine solche Lösung müsste nach Ansicht von Dr. Hans Rohrmann, der den Verein Wessofontanum vertrat, „die spirituelle Komponente und die Zugänglichkeit des Klosters für die Öffentlichkeit erhalten“. 

Klaus Papenfuß, der Vertreter der Freunde des Klosters, warnte davor, die historischen Gebäude aufzuteilen. Gleichzeitig forderte er einen besseren Informationsfluss als in der Vergangenheit. Kirchenpfleger Franz Langer, der erneut die Gründe für die Ablehnung des Verkaufs ausführte, brachte darüber hinaus etwas Licht in das komplizierte Geflecht aus Pfarrpfründe- und Kirchenstiftung. 

Dem Vorschlag, die Gemeinde solle das Kloster übernehmen, konnte Bürgermeister Helmut Dinter genauso wenig abgewinnen, wie der Anregung aus dem Publikum, EU-Finanztöpfe anzuzapfen. „Es ist verwegen zu glauben, die EU hätte dafür einen Euro übrig“, meinte der Bürgermeister, der zudem Kosten von gut einer halben Million pro Jahr für die Gemeinde veranschlagte, wenn sie das Kloster übernehmen würde. 

Bei der abschließenden Frage des Moderators über die Wünsche für das Kloster gingen die Meinungen auseinander. Einigkeit dürfte es nur beim Zeitfaktor geben, auch wenn es keiner aussprach. Eine Hängepartie wie in Polling wünscht sich

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