"Spiel des Lebens"

Kluthe-Schwestern präsentieren neue Inszenierung in der Peißenberger Tiefstollenhalle

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Premiere feiert „Spiel des Lebens“ am 29. Februar in Peißenberg.

Peißenberg/Weilheim – Viele dürften schon eine Show von Sylvia und Heidi Kluthe gesehen haben – immerhin hatten die beiden 20 Jahre lang die Leitung des Weilheimer Showteams Vaganti inne. Nun haben die Schwestern mit „hotspot – Kunst Voll Bühne“ ein neues Projekt ins Leben gerufen. Mit Kreisboten-Redakteurin Sofia Wiethaler sprachen sie über die neue Herausforderung und ihre erste Inszenierung „Spiel des Lebens“.

Wie sind Sie auf die Idee für „hotspot“ gekommen?

Heidi Kluthe: „Wir haben beide sehr lange Vaganti geleitet und uns vor vier Jahren für einen Wechsel beziehungsweise für eine Pause entschieden. Es war aber damals schon klar, dass das nicht der komplette Abschied von der Bühne sein wird. Nun wollen wir als kleine Firma eigenständige Inszenierungen organisieren und pro Produktion ein eigenes Team an Künstlern zusammenstellen. Dabei ist es unser Ziel, mit dem Ausdrucksvermögen der Artisten zu spielen und unterschiedliche Formen der Kunst in Szene zu setzen.“

Worum geht es in der Inszenierung „Spiel des Lebens“?

Heidi Kluthe: „Wie der Titel schon verrät, dreht sich das Stück um das Leben mit all seinen Höhepunkten und schwierigen Momenten, mit all seinen Träumen, Erfolgen, Ängsten und Niederlagen.“

Sylvia Kluthe: „In unserem Stück wollen wir hinter die Kulissen dieser Hochs und Tiefs im Lebens schauen. Wir haben uns gefragt, nach welchen Regeln hier gespielt wird? Die anfängliche Idee drehte sich um die verschiedenen Persönlichkeiten, die jeder von uns in sich trägt. Wir haben uns vorgestellt, wie es wäre, wenn diese gemeinsam am Pokertisch sitzen und miteinander Poker spielen und in jeder Runde um den Sieg ringen.“

Heidi Kluthe: „In unserem Stück spielt nun also der Protagonist Jack gemeinsam mit seinen inneren Persönlichkeiten das Spiel seines Lebens. Da wäre Rich, der für den Materialismus steht, Junkie Junior, der das Motto ‚No risk no fun‘ vertritt und Jacks Jugend symbolisiert, die herzhafte Bellina, welche für das innere Kind in jedem von uns steht und der Vierte im Bunde: Black Hand, der Spielverderber im Stück und die kritische Stimme. Und dann wäre da noch der Joker, der nirgends richtig dazu gehört aber ordentlich für Spannung sorgt.“

Sylvia Kluthe: „Die Geschichte beginnt am Pokertisch, dann bewegen wir uns in der phantasievollen Kartenwelt. Wir stellen auch dar, wie sich Jacks Leben verändert, wenn zum Beispiel Rich gewinnt. Außerdem arbeiten wir dieses Mal sehr viel mit Symbolkraft.“

Wie viele Künstler wirken bei der Inszenierung mit?

Heide Kluthe: „Es sind 13 aus den Bereichen Schauspiel, Musik, Artistik, Zauberei, Tanz und Poetry. Die Gruppe ist eine Mischung aus Profis und Laien, das Verhältnis hält sich fast die Waage.“

Wie haben Sie diese Gruppe zusammengestellt?

Sylvia Kluthe: „Wir haben uns schon früher ein recht großes Netzwerk an Künstlern aufgebaut, allerdings sind wir auch noch dabei es zu erweitern. Bei den Berufskünstlern muss immer erst abgeklärt werden, ob sie gerade verfügbar sind. Was uns besonders freut ist, dass auch einige Mitglieder von Vaganti dabei sind. Es werden also ein paar bekannte Gesichter aus unseren früheren Aufführungen zu sehen sein.“

Heidi Kluthe: „Neu ist, dass bei manchen Szenen eigens für uns komponierte Musikstücke von einer Live-Band gespielt werden.“

Was sind die Unterschiede zwischen Ihrer Arbeit bei Vaganti und „hotspot“?

Sylvia Kluthe: „Die Probensituation ist diesmal viel komplexer. Früher wussten wir, dass wir die anderen mindestens zwei Mal die Woche sehen. Heute muss wahnsinnig viel organisiert werden, weil auch viele Beteiligten beruflich und familiär eingespannt sind.“

Heidi Kluthe: „Auch die ganze rechtliche Situation hat sich verändert. Früher ging einiges noch unter dem Deckmantel des Vereins. Da mussten wir uns zum Beispiel noch nicht mit der Gema oder Versicherungen beschäftigen. Gerade vom künstlerischen Anspruch her gesehen ist aber auch vieles gleich geblieben.“

Planen Sie bereits weitere Projekte?

Heidi Kluthe: „Vom 18. bis 20. Juni werden wir mit ‚Spiel des Lebens‘ im Weilheimer Stadttheater auftreten. Langfristig sind auch andere Stücke geplant.“

Sylvia Kluthe: „Dadurch, dass viele der Künstler aus dem Raum Ammersee kommen, gibt es auch die Idee, dort aufzutreten. Wir sind aber noch auf der Suche nach Spielstätten.“

Vielen Dank für das Gespräch.

Termine: Premiere feiert „Spiel des Lebens“ am Samstag, 29. Februar, um 20 Uhr in der Tiefstollenhalle Peißenberg. Dort ist es auch am Sonntag, 1. März, um 15 und um 18 Uhr zu sehen. Karten gibt es beim Kreisboten Weilheim in der Sparkasse am Marienplatz oder unter Tel. 0881/686 -11 und -12. Mehr Infos unter www.hotspot-kunstvollbuehne.de.

Von Sofia Wiethaler

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