Kommunale Stadtwerke Weilheim bewähren sich als "Multi-Dienstleister"

Mit entspannten Gesichtern ließen Bürgermeister Markus Loth und Vertreter der Stadtwerke im Rathaus das erste Wirtschaftsjahr des Kommunalunternehmens Stadtwerke Revue passieren. „Manches Unternehmen würde von einer 55-pro- zentigen Eigenkapitalquote träumen“, freute sich Loth und stellte fest: „Die Entscheidung, den Bauhof an die Stadtwerke anzugliedern, war richtig.“

Seit dem 1. Januar 2008 sind die Bereiche Wasser, Abwasser, Tiefgarage und Bauhof unter dem Dach der Stadtwerke vereint. Das von der Stadt Weilheim gegründete Kommunalunternehmen ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und versteht sich als „kommunaler Dienstleistungsmulti“, wie es ihr Vorstand Magnus Nigg beim Pressegespräch formulierte. Im Vordergrund steht die wirtschaftliche Betriebsführung und nicht der maximale Gewinn. Die 22000 Weilheimer BürgerInnen mit Trinkwasser ver- und die Abwässer entsorgen, Spiel- und Sportplätze sauber halten, Winterdienst leisten zählen ebenso zu ihren Aufgaben wie für den reibungslosen Betrieb der Tiefgarage im Altstadtcenter zu sorgen, wo auf 207 öffentlichen Parkplätzen im Jahr über 220000 Parkvorgänge stattfinden. Die Gebühren für die Tiefgarage, bestätigte Loth auf Nachfrage, werden nicht erhöht, „solange die Altstadt saniert wird“. Die Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung müssen laut Nigg kostendeckend geführt werden. Bei den Gebühren stehe Weilheim im Vergleich mit anderen Kommunen gut da. Für das Gewerbe sei dies ein Standortvorteil, hob der Stadtwerke-Leiter hervor. Im Dezember wird Nigg dem Stadtrat eine Neukalkulation vorlegen. Aktuell seien keine Gebührenanpassungen im Gespräch, hieß es. 2008 wurden mit 1,2 Mio. Kubikmeter knapp zwei Prozent weniger Trinkwasser verkauft als im Jahr zuvor und das bei gestiegener Einwohnerzahl. Nigg führt dies auf einen kostensparenden Trinkwasserverbrauch zurück. 404000 Euro wurden in das Wasserleitungsnetz investiert, ein Schwerpunkt galt dem Neuverlegen der Leitungen im Zuge der Altstadtsanierung. Für die Anlagen der Abwasserbeseitigung wurden 241000 Euro aufgewendet. 2,3 Mo. Kubikmeter Abwasser flossen im Jahr 2008 durch die Kläranlage, wusste Nigg zu berichten. 122000 Euro Gewinn Das Geschäftsjahr 2008 schlossen die Stadtwerke mit einer Bilanzsumme von 37,4 Mio. Euro und einem Jahresgewinn von knapp 122000 Euro ab. Der ursprüngliche Planungsansatz war noch von 152000 Euro Verlust ausgegangen. Ausschlaggebend für die positive Bilanz sind laut Nigg „Synergieeffekte beim Einsatz von Personal und Sachmitteln“. Für die Zukunft wird angestrebt, die gewerblich-handwerklichen Leistungen des Bauhofs auch den Nachbarkommunen anzubieten. Zurzeit beschäftigen die Stadtwerke 56 Mitarbeiter. Mit Ausnahme der Tiefgarage am Altstadtcenter schnitten im Jahr 2008 alle Betriebsbereiche mit Jahresüberschüssen ab: Neubau Stadtwerke Als „größte Herausforderung für die kommenden Jahre“ bezeichnete Nigg den wegen der Altlasten notwendig gewordenen Neubau der Weilheimer Stadtwerke an einem anderen Standort. Wie berichtet, muss auf dem jetzigen Gelände an der Krumpperstraße das verseuchte Erdreich abgetragen und saniert werden. Bis zum Jahr 2014 heißt es handeln. Im Zuge des Neubaues soll auch der Bauhof eingegliedert werden. „Der jetzige Bauhof stammt aus den 60-er Jahren und entspricht nicht mehr dem Stand der Technik“, begründete dies Loth. Die Planungen seien im Gange, erklärte der Bürgermeister, konkrete Aussagen könnten jedoch noch nicht getroffen werden.

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