"Im Pfarrhaus ist da Deife los" – Eine erfrischende Komödie mit Lachgarantie

Frischer Wind in altem Gemäuer

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Aushilfspfarrer Karl Wolf bringt frischen Wind ins Pfarrhaus. Pfarrer Bürstel und Haushälterin Mechthild lernen neue Begrüßungen und Umgangsformen kennen.

Weilheim – Vier Monate hat das Ensemble des Heimat- und Trachtenvereins intensiv an seinem neuen Stück geprobt – und es hat sich gelohnt.

Regisseur Michael Albrecht besetzte alle Rollen mit glaubhaften Darstellern (darunter auch drei Neuzugänge), die ihre Charaktere intensiv und mit Herzblut spielen. Bühnenaufbau, Kulisse und Maske sind passend mit Lokalkolorit angereichert. So entsteht eine Komödie, die zu den bisher besten Stücken der Theaterer zu rechnen ist.

Die Gegensätze zwischen stockkonservativer Geistlichkeit und dem jungen Streetworker-Pfarrer werden voll ausgespielt und stecken voller witziger Überraschungen. Der Teufel erscheint zwar nicht in Person, aber für den alten Marnbacher Pfarrer Ludwig Bürstel bricht eine turbulente Zeit an. Es bleibt spannend bis zum selbstverständlich guten Ende und sowohl der frühe Szenen- wie auch der kräftige Schlussapplaus des Premierenpublikums waren verdient.

Zur Handlung: Dorfpfarrer Ludwig Bürstel (Herbert Weinbuch) ist vom Arzt wegen Übergewicht und Bluthochdruck auf Diät gesetzt worden. Seine Schwester Mechthild (Heidi Weinbuch), zugleich Haushälterin, bekocht ihn gesund. Doch ihren Salaten und Ayurveda-Tees kann Bürstel nichts abgewinnen. Seine Wurst- und Süßigkeitenverstecke sind daher stets leergeräumt. Auf der Suche nach einer Salami im Keller stürzt er die Treppe hinab und bricht sich das Bein.

Aushilfspfarrer Karl Wolf (Michael Tafelmeier) arbeitet als Streetworker, fährt Harley Davidson und ist das komplette Gegenteil des Dorfpfarrers. Bürstel lernt neue Begriffe, neue Begrüßungen und Schulterklopfen kennen. Als Jenny (Magdalena Wühr), eines der von Wolf betreuten Mädchen, vor ihrem Zuhälter Checker (alias Barney Albrecht) ins Pfarrhaus flüchtet, steigt die Spannung. Es kommt zum Showdown, als Checker mit Leibwächter Bonzo (Markus Abenthum junior) Jenny entführen will. Eine wilde Prügelei, teils in Zeitlupe geführt, folgt. Für das Publikum ein sprudelnder Quell der Heiterkeit. Weiterhin spielt eine verschwundene Heiligenfigur eine nicht unwichtige Rolle. Schlussgag ist die Predigt an die Zuhörer, einschließlich Gospeleinlage, die jedoch nicht in allen Aufführungen zu hören ist.

„Das war spritzig gespielt, inklusive der lustigen Einfälle. Auch die Neuzugänge spielen glaubhaft. Der hier gezeigte Zwiespalt zwischen Tradition und Moderne in der Kirche ist nachvollziehbar“, urteilte eine treue Premierenbesucherin.

Weitere Termine sind am Freitag, 19., Samstag, 20. und Sonntag, 21. Januar. Spielbeginn ist um 20 Uhr, ausgenommen am Sonntag (15 Uhr). Karten gibt es beim Kreisboten Weilheim in der Sparkasse am Marienplatz oder auch unter Tel. 0881/686 -11 und -12.

Von Georg Müller

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