Pro und kontra Geothermie

„Höchst bedauerlich“ findet der Geschäftsführer des Investors „Erd- wärme Oberland“, Dr. Markus Wiendieck, die Klage des Gemeinderates gegen die erste bergrechtliche Genehmigung für ein Geothermiekraftwerk in Lichtenau-Nord.

Das Unternehmen sehe dem Gerichtsverfahren zwar „gelassen“ entgegen, da „in keinem Punkt gegen geltendes Recht verstoßen“ worden sei und es laut Wiendieck „keine Ansatzpunkte für eine Klage“ gebe. Die Gemeinde setze damit aber ein „bedenkliches politisches Signal“. Wiendieck zeigt sich in einer Presseerklärung erstaunt darüber, dass „die Gemeinde Wielenbach erst im Januar 2012 der Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO) beigetreten ist, die die Tiefe Geothermie unterstützt“. Er verweist auf eine Aussage des Anwalts der Gemeinde Wielenbach, der die Räte kürzlich darauf hingewiesen hatte, dass eine Klage auf Aufhebung des Sofortvollzugs wenig Aussicht auf Erfolg gehabt hätte: „Der Sofortvollzug ist das mit dem Genehmigungsbescheid verbundene Recht, den Bohrplatz auch vor einer gerichtlichen Entscheidung zu bauen“, so Wiendieck. Für „sachlich nicht gerechtfertigt“ hält Professor Dr. Wolfgang Seiler die Argumente gegen eine Tiefengeothermieanlage in der Lichtenau. „Sollte die Anlage nicht gebaut werden, wäre eine einmalige Chance vergeben, die Wertschöpfung im Gemeindegebiet zu steigern“, bezieht der EWO-Vorsitzende in einem Schreiben Stellung und appelliert an die Beteiligten, „alles zu unternehmen, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen“. Der Kreisverband der Freien Wähler moniert, dass es an Erfahrungswerten mangle, wie sich „ein Projekt dieser Größenordnung“ auf Mensch und Natur auswirke. Matthias Demmel, Susann Enders und Ulrike Seeling beantragten bei Landrat Dr. Friedrich Zeller eine Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bohrantrag. Ihre Forderung begründen sie auch damit, dass für das gewerbliche Großprojekt im Außenbereich kein qualifizierter Bebauungsplan vorliegt. Vor einigen Wochen hatten bereits die Freien Wähler Wielenbach beim Petitionsausschuss des Bayerischen Landtages eine solche Umweltverträglichkeitsprüfung verlangt und Beschwerde gegen den Bohrantrag eingereicht.

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