Interview mit Thomas Streit

Konzept für effektive Prüfungsvorbereitung

Schüler machen Notizen Hände in Nahaufnahme
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Um die Schüler zu unterstützen, hat Thomas Streit eine Prüfungsvorbereitung auf die Beine gestellt.
  • Mihriban Dincel
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Weilheim – Thomas Streit arbeitet gern mit jungen Menschen. Deshalb hat er an der Mittelschule Weilheim kürzlich eine Vorbereitung für die Abschlussprüfungen auf die Beine gestellt. Über diese sprach er mit Kreisbotenvolontärin Mihriban Dincel.

Erzählen Sie doch zunächst etwas über sich.

Streit: „Mein Name ist Thomas Streit. Ich bin 62 Jahre jung und studierter Historiker. In den letzten 25 Jahren habe ich eine Nachhilfe Einrichtung in München und Fürstenfeldbruck aufgebaut – ‚Das Haus des Lernens‘. Mit knapp 500 Schülern und 80 Lehrern war das wie eine richtige Schule. Aus gesundheitlichen Gründen musste ich das aufgeben, aber Rentner werden wollte ich noch nicht. Danach bin ich nach Weilheim gezogen und seit Anfang April bin ich in der Nachmittagsbetreuung an der Weilheimer Mittelschule tätig. Ich arbeite sehr gern mit jungen Menschen zusammen.“

Was haben Sie bei der Abschlussprüfungsvorbereitung angeboten und was hat sie dazu bewegt?

Streit: „Ich habe gemerkt, dass die Schüler Hilfe brauchen. Der Wechselunterricht ist nicht einfach. Er wirft manche Schüler teilweise zurück und sie können sich schlichtweg nicht selbst helfen. Die schulische Routine fehlt. Schwächere sollten dadurch keine weiteren Nachteile erfahren. Darum habe ich ein Konzept für Nachhilfe beziehungsweise eine aktive Vorbereitung für den Quali während der Pfingstferien aufgestellt. Das Ganze war auf freiwilliger Basis. Schüler sollten dadurch bei den Abschlussprüfungen unterstützt und gezielt für die jeweiligen Fächer vorbereitet werden. Am besten eignet sich dafür das Durcharbeiten alter Prüfungen, da sich im Format und Anspruch nur minimal etwas ändert. Das Rahmenkonzept habe ich vorgeschlagen und die Fächer Englisch und Deutsch übernommen. Ich wurde von anderen Lehrkräften unterstützt. Ebenfalls war die Aufgeschlossenheit der Schulleitung sehr hilfreich.“

Wie wurde das Angebot angenommen und gab es anschließend Rückmeldungen?

Streit: „Das Angebot kam sehr gut an. Rolf Schleich, Leiter der Mittelschule, hat Briefe an die Eltern geschickt, in denen er über die Prüfungsvorbereitung informiert hat. Es kamen auch gleich 17 Anmeldungen. Die Prüfungsvorbereitung ist noch nicht lange abgeschlossen, deshalb kam noch nicht viel Rückmeldung. Aber die Schüler haben mir vermittelt, dass sie sehr dankbar für das Angebot waren. Sie fanden es gut, auch mal direkt Fragen stellen zu können. Teilweise mussten sich die Schüler zuvor selbstständig darauf vorbereiten.“

Welche Erwartungen hatten Sie an die Teilnehmer, welche Eindrücke hatten Sie?

Streit: „Ich habe zu Beginn gefragt, wie viele eigentlich freiwillig und wie viele aufgrund ihrer Eltern hier sind. Die Hälfte der Teilnehmer hat angegeben, aus freien Stücken hier zu sein. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass viele Schüler bereit sind, ihre Freizeit dafür zu opfern. Darum wurde das Ganze auch so gelegt, dass die Schüler am Vormittag lernen, um dann am Nachmittag wirklich Ferienfreizeit zu haben. Wir haben um 8.45 Uhr begonnen und sind alle Fächer durchgegangen. Die Schüler waren dankbar, dass es etwas später losging.“

Wie wurde das Ganze gefördert?

Streit: „Glücklicherweise konnten wir die Sparkasse Oberland als Sponsor mit 500 Euro gewinnen. Die Verantwortlichen waren sofort begeistert von der Sache. Das lief dann über den Förderverein der Schule. Das Angebot sollte kostenlos sein. Aber meine Erfahrung hat gezeigt, dass Schüler Nachhilfe, die kostenlos ist, oft nicht ganz ernst nehmen. Um das zu verhindern haben wir eine Kaution von 50 Euro von den Schülern verlangt. Bei vollständiger Anwesenheit an den acht Terminen oder bei zuverlässiger Krankmeldung haben sie das Geld am Ende der gesamten Vorbereitung zurückerhalten. Dieses System hat super funktioniert.“

Welche Schritte mussten in die Wege geleitet werden, um das Angebot letztlich zu verwirklichen und hat die Pandemie das Vorhaben gehemmt?

Streit: „Zunächst musste überlegt werden, in welchen Fächern es eine Vorbereitung geben wird. Dann musste natürlich auch eine logische Uhrzeit dafür festgelegt werden. Danach wurde mit der Schulleitung abgesprochen, für wen sich diese Vorbereitung wirklich eignet. Auch hat man sich Gedanken darüber gemacht, wo die Pausen verbracht werden können und mit welchem Material man im Allgemeinen gut trainieren kann, um auf jeden individuell eingehen zu können. Das Ergebnis war eine Mischung aus Frontalunterricht und individueller Absprache. Mit den Lehrern wurde davor über die Lücken der jeweiligen Schüler gesprochen und wo besonders großer Handlungsbedarf herrscht. Wir haben uns alle an die gängigen Regeln gehalten. Das heißt zwei Schnelltests pro Woche, Einzeltische mit Abstand und räumlich verteilt.“

Gedenken Sie das Ganze zu wiederholen?

Streit: „Wenn die Schulleitung das möchte, würde ich die Vorbereitung sehr gerne noch mal machen. Ich denke, das ist eine schöne Sache, die die Schule zusätzlich angeboten hat und ich hoffe, dass es Schülern die Prüfungszeit erleichtert.“

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