Jobcenter und Mehrgenerationenhaus verstärken Zusammenarbeit

"Muss" kann man vergessen

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Die Zusammenarbeit besiegelten Helmut Guggenmos und Monika Funk (sitzend). Barbara Waliczek (li.) vom Arbeitsamt und Marina Scheifele vom Mehrgenerationenhaus freuten sich darüber.

Weilheim – Die persönliche Ebene stärken und die gesellschaftliche Komponente nicht vergessen soll die kürzlich besiegelte Kooperation zwischen Mehrgenerationenhaus und Jobcenter.

Helmut Guggenmos, Leiter des Jobcenters Weilheim-Schongau und Monika Funk, Geschäftsführerin der Caritas, unterschrieben den Vertrag. „Es ist zunächst schwer, eine Brücke zwischen Mehrgenerationenhaus und Jobcenter zu erkennen“, sagt Guggenmos. Doch gebe es verschiedene Anknüpfungspunkte. 

So sind viele Alleinerziehende mit ihrer Situation überfordert und können die Belastung der Arbeitslosigkeit und der Kinderbetreuung nicht meistern. Im Mehrgenerationenhaus finden sie Hilfe und das ganz ungezwungen. „Alleinerziehende sind oft sozial isoliert“, erklärt Barbara Waliczek, Beauftragte für Chancen- gleichheit beim Arbeitsamt. „Oft ist das Geld knapp und es gibt Probleme im Haushalt.“ Demnächst soll durch die Kooperation auch ein Kurs ermöglicht werden, bei dem es Tipps zum günstigen und gesunden Kochen gibt. Weiter gibt es Kurlotsen, die überanstrengten Müttern und Vätern dabei helfen, eine Kur zu beantragen. Wenn sich schon Schulden angehäuft haben, kann das Mehrgenerationenhaus ebenfalls mit der Schuldnerberatung helfen. 

Auch bei ausländischen Mitbürgern sei die Zusammenarbeit fruchtbar. Das Projekt der „Sprachpaten“ des Mehrgenerationenhauses kann die Sprachkurse für Ausländer ergänzen. „Dabei sind schon richtige Freundschaften entstanden“, freut sich Guggenmos. 

Auch ältere Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Stelle finden, können ihr Selbstwertgefühl steigern, indem sie über die Freiwilligenagentur Beschäftigung finden. 

„Ein ‘Muss’ kann man vergessen“, sind sich alle beteiligten einig. „Alles passiert auf freiwilliger Basis“, ergänzt Funk. Auf diesem Fundament soll die ohnehin schon stattfindende Zusammenarbeit zwischen Jobcenter und Mehrgenerationenhaus künftig noch intensiviert werden. 

Im Jobcenter gibt es ein schwarzes Brett mit den Angeboten des Mehrgenerationenhauses, Vermittler werden ihre Klienten künftig verstärkt auf das Angebot hinweisen. „Viele Betroffene sind bemüht etwas zu ändern, haben die Informationen aber nicht“, sagt Guggenmos. „Für viele kann die Kooperation ein Stein des Anstoßes sein.“

Von Ursula Gnadl

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