Heimkosten für Bewohner des Städtischen Bürgerheims Weilheim steigen ab Mai an

Pflege im Alter hat ihren Preis

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Ab 1. Mai müssen die Bewohner des Städtischen Bürgerheims Weilheim tiefer in die Tasche greifen, da die Heimgebühren erhöht werden.

Weilheim – Älter zu werden bedeutet auch, in manchen Bereichen ein Stück weit eingeschränkt zu sein. Hilfe und Unterstützung bieten Alten- und Pflegeheime wie das Städtische Bürgerheim in Weilheim. Doch gute Pflege hat auch ihren Preis. Die Heimkosten für die BewohnerInnen steigen ab 1. Mai an.

So liegt der neue Tagessatz, der bis zum 30. April 2019 Gültigkeit hat, für Rüstige Bewohner bei 51,12 Euro – bisher sind es 50,36 Euro. Um bis zu 4,31 Euro am Tag steigen die Sätze für pflegebedürftige Bewohner in den Pflegegraden zwei bis fünf. Die Kosten im Pflegegrad eins werden täglich um 2,42 Euro erhöht.

Für den Anstieg der Tagessätze, die sich aus den Kosten für pflegebedingten Aufwand, Unterkunft und Verpflegung, Ausbildungszuschlag sowie dem Investitionskostenanteil zusammensetzen, gibt es mehrere Gründe. Neben der Steigerung der allgemeinen Lebenshaltungskosten, wie Strom oder Lebensmittel, seien vor allem die Kosten für die externe Wäscheversorgung erheblich gestiegen, erklärte Sabine Clukas, stellvertretende Leitung des Städtischen Bürgerheims, auf Nachfrage des Kreisboten. Ein weiterer Grund sind die erhöhten Personalkosten, da die Pflegekräfte im öffentlichen Dienst ab 1. Februar 2,9 Prozent mehr Lohn erhalten. Zudem müssen ab Mai zusätzliche Pflegekräfte für „Sonstige Dienste für Pflege und Betreuung“ eingesetzt werden, was 1,9 Vollzeitstellen bedeutet. Laut Clukas könnte dadurch auch erreicht werden, mögliche Krankheitsfälle des Personals aufzufangen.

„Wir versuchen, mehr Personal zu kriegen“, so Clukas. Der Fachkräftemangel sei auch im Bürgerheim ein großes Problem, „deshalb bilden wir aus“, erklärte die stellvertretende Heimleiterin. Heuer werden drei Azubis ihre Lehren abschließen. Die geforderte Fachkraftquote liegt bei 50 Prozent. Das Bürgerheim könne diese mit 50,15 Prozent gerade einhalten, so Clukas.

Das Bürgerheim Weilheim, welches für seine Qualität vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen mit der Note 1,0 bewertet wurde, bietet 190 Plätze, die übers Jahr zu 99 Prozent belegt sind, erklärte Clukas. Die Wartezeit im Bereich Pflege hänge von der Dringlichkeit der Fälle ab. Bei einem Härtefall haben Betroffene die Möglichkeit, Sozialhilfe zu beantragen.

Vor Kurzem wurde der Erhöhung der Heimgebühren in der Sitzung des Hauptausschusses zugestimmt. Die endgültige Entscheidung trifft dann das gesamte Plenum in der Stadtratssitzung am Donnerstag, 19. April.

Von Maria Lindner

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