Aufteilung zwischen Gemeinde und Jagdgenossen droht zu kippen

Kosten für Feld- und Waldwege in Wessobrunn

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Wessobrunn – Bei der Sanierung von Feld- und Waldwegen teilen sich die Gemeinde Wessobrunn und die Jagdgenossen seit vielen Jahren die Kosten. Durch die Einführung von Verwaltungskosten droht diese Regelung jetzt aber zu kippen.

Zur Sprache kam das Thema erstmals in der Mai-Sitzung des Gemeinderats, als Bürgermeister Helmut Dinter von der Versammlung der Jagdgenossenschaft Forst berichtete, in der die Abschaffung dieser Regelung gefordert wurde. Sie sieht vor, dass die Kosten zwischen Gemeinde und Jagdgenossen 50 zu 50 aufgeteilt werden. „Als Begründung wurde angeführt, dass durch die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge für Ortsstraßen diese Regelung analog auch für Feld- und Waldwege angewendet werden solle“, erklärte Dinter.

„Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun“, erklärte daraufhin Gemeinderat Hermann Lautenbacher. „100 Prozent Kostenübernahme durch die Gemeinde geht gar nicht“, fügte Lautenbacher an. Die Alternative ist eine Abrechnung der Wegesanierung nach den Grundstücksanteilen der Nutzer, was Lorenz Barfüßer vehement ablehnte. „Ich war als junger Gemeinderat bei einer Versammlung, in der es um die Kostenaufteilung ging, das war kein Spaß“, wäre für Barfüßer die Aufhebung der aktuellen 50/50 Regelung „ein Rückschritt in die Steinzeit“.

Dieser Meinung schloss sich dann auch das Ratsgremium bei der Abstimmung an. Eine Änderung der Kostenaufteilung wurde einhellig abgelehnt. Josef Guggemos, der Vorstand der Forster Jagdgenossen, erklärte nach der Sitzung auf Nachfrage, dass es eigentlich gar nicht um die Abschaffung der Regelung ging. „Das ist von uns eine freiwillige Leistung, aber eine gute Lösung“, meinte Guggemos. Die Jagdgenossen erzürnte die Einführung einer Verwaltungspauschale von 800 Euro bei der Abrechnung der letzten Maßnahme. „Die gab es in der Vergangenheit noch nie und jetzt wurde sie einfach ohne Vorankündigung draufgeschlagen“, ärgerte sich Guggemos.

An dieser Kostenpauschale schieden sich dann auch in der Juni-Sitzung die Geister. Während der Bürgermeister diese weiterhin als berechtigt und nötig ansah, gaben sich einige Gemeinderäte moderater. „Wir müssen die Kostenaufteilung unbedingt beibehalten, deshalb frage ich mich schon, ob es die Verwaltungskosten wirklich braucht“, meinte Erwin Köhler. Auch Rupert Sedlmayr und Lautenbacher sprachen sich gegen die Pauschale aus.

„Wir reden hier von 2,5 Prozent der Gesamtkosten für diese Pauschale, wir können stattdessen auch ein Planungsbüro beauftragen, da liegen wir dann bei 15 Prozent“, zeigte sich Dinter jedoch unnachgiebig. Wobei er einräumte, dass zwischen ihm und Josef Guggemos das Vertrauensverhältnis gestört ist. „Es gibt da ein Konglomerat an Punkten, die nicht passen, aber hier geht es nicht um persönliche Animositäten, sondern um die Sache“, sagte Dinter, ehe sich eine längere Diskussion um das Für und Wider der Verwaltungskosten entspann.

Der Tenor bei den Gemeinderäten war dabei eindeutig, die bisherige 50/50 Regelung unbedingt beibehalten zu wollen. Letztlich fiel keine abschließende Entscheidung, stattdessen soll noch einmal mit den Jagdgenossen gesprochen werden, wofür sich Barfüßer als Vermittler anbot.

Von Roland Halmel

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