Bau kostet nun 26 Millionen Euro

Kostenexplosion beim Familienbad in Penzberg

Rohbau Familienbad Penzberg
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Der Rohbau des Familienbads wächst.

Penzberg – Die allgemeine Kostenexplosion im Bausektor sei schuld: Der Neubau des Familienbads in Penzberg wird nochmals teurer als geplant. Die Stadtwerke rechnen jetzt mit einer Investition von rund 26 Millionen Euro.

Im November 2020 herrschte auf der Großbaustelle an der Birkenstraße allgemeine Erleichterung: In kleinem Kreis wurde der Grundstein für Penzbergs neues Familienbad gelegt. Das Mammutprojekt hatte da bereits eine Odyssee hinter sich – mit erfolglosem Bürgerentscheid gegen den Abriss des alten Wellenbads, Trennung vom Architekten und einer geschätzten Kostensteigerung um fünf Millionen Euro auf 25,4 Millionen Euro. Jetzt wird es noch teurer, wie André Behre, Vorstand des Kommunalunternehmens (KU) Stadtwerke Penzberg, einräumt.

„Wir liegen voll im Zeitplan“, stellt Behre zwar durchaus erfreut fest. Allerdings ist die Freude beim Blick auf die Kosten getrübt. „Der Neubau wird sicher teurer, um wie viel können wir derzeit aber leider noch nicht genau sagen“, so Behre. Beim KU liegen die Schätzungen aktuell bei rund 26 Millionen Euro – etwa 600 000 Euro mehr als Projektsteuerer Jens-Wilhelm Brand noch beim Spatenstich und zuvor im KU-Verwaltungsrat verkündet hatte.

Behre nennt die „Kostenexplosion im Bausektor“ als Grund für die unerfreuliche Entwicklung. Auch Penzberg leide wie so viele Städte und Gemeinden in Bayern „unter zum Teil horrenden Preissteigerungen in der Baubranche“, teilt der KU-Vorstand mit. Zudem bekomme man jetzt die Folgen des „ebenso unbeabsichtigten wie unerlässlichen“ Wechsels des Architekturbüros im März 2020 zu spüren. Ein sechsmonatiger Stopp der Bauarbeiten war eine Folge des Wechsels und den daraus folgenden Umplanungen des neuen Büros Krieger. Erst Anfang Oktober 2020 rückte die Firma für die Rohbauarbeiten an. „Uns hat die derzeitige Marktsituation kalt erwischt“, klagt Behre.

Seit Beginn des Jahres seien Handwerker kaum mehr zu bekommen. Und wenn doch, dann zu Konditionen, „die so keiner für möglich gehalten hat“. Hinzu kommt laut Behre, dass viele Baumaterialien wie Holz, Stahl, Mineralwolle und Dämmung mittlerweile Mangelware sind – und deshalb nur noch zu völlig überteuerten Preisen erhältlich seien. Wie Behre ausführt, haben sich zuletzt vor allem die Kosten für Rohbau, Stahlbau, Dachabdichtung und Regenwasserkanalisation als Preistreiber erwiesen. Gleichwohl ist der Stadtwerke-Chef zuversichtlich, dass das KU von einer weiteren Kostenexplosion einigermaßen verschont bleiben. „Wir haben bereits Aufträge im Wert von rund 19 Millionen Euro vergeben, weitere Gewerke sind ausgeschrieben. Wir haben jetzt Preise, die überwiegend gesichert sind“, zeigt sich Behre optimistisch.

Einher mit der Kostensteigerung geht auch eine Verzögerung beim Zeitplan. Beim Spatenstich im Oktober 2020 war Projektsteuerer Brand noch von einer Eröffnung im November oder Dezember 2022 ausgegangen. Das ist nicht zu halten. Die Ausbaugewerke sind erst bis Ende 2022 fertig, ist von KU-Vorstand Behre zu hören. Anfang 2023 kann der Probebetrieb starten. Behres Plan: „Im Frühjahr 2023 können wir nach derzeitigem Stand dann die Eröffnung des Familienbads feiern.“

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