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Kostenlose Testungen für Geflüchtete aus der Ukraine

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Negativtest Antigentest Covid
Geflüchtete aus der Ukraine haben, laut Landratsamt, einen Anspruch auf einen kostenlosen Antigenschnelltest. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / Waldemar Thaut

Landkreis - Das Gesundheitsamt im Landratsamt Weilheim-Schongau teilt mit, dass Geflüchtete aus der Ukraine unverzüglich bei der Ankunft sowie erneut nach fünf Tagen auf Covid19 zu testen sind, um das Infektionsrisiko einzudämmen.

Damit wendet sich die Behörde unter anderem an Helfer*innen, welche die Ankommenden betreuen und unterstützen. Viele Geflüchtete kommen derzeit in vollbesetzten Bussen an. Da nicht auszuschließen ist, dass sich Corona-infizierte Personen in diesen Bussen befanden, gelte hier besondere Vorsicht walten zu lassen. Außerdem, so die Bitte, soll auf coronatypische Krankheitszeichen geachtet werden.

Geflüchtete aus der Ukraine haben, laut Landratsamt, grundsätzlich einen Anspruch auf einen kostenlosen Antigenschnelltest, so genannte Bürgertestungen. Sollte ein solcher Test positiv sein, haben sie Anspruch auf einen bestätigenden PCR-Test. Hierfür muss kein (deutscher) gesetzlicher Krankversicherungsschutz bestehen: Ausreichend ist dafür ein Identitätsnachweis der zu testenden Person (zum Beispiel Personalausweis, Führerschein, Dokument auf dem Handy etc.).

Geflüchtete, die zentral beim Landratsamt ankommen und registriert werden, erhalten automatisch bei ihrer Ankunft einen Corona-Test. Jene Personen, die etwa mit einem privaten Fahrzeug auf anderem Wege unmittelbar in Gastfamilien unterkommen, sollen laut Gesundheitsamt möglichst zeitnah einen Corona-Schnelltest in einem Testzentrum ihrer Gemeinde, zumindest aber einen Selbsttest, durchführen. Dieser Hinweis richtet sich besonders an die privaten Gastgeber: Gastgeber und Kontaktpersonen werden gebeten, gemeinsam mit den aufgenommenen Familien direkt einen Test zu veranlassen.

Neben den Covid19-Vorsichtsmaßnahmen legt das Gesundheitsamt Augenmerk auf Tuberkulose: eine ansteckende Infektionskrankheit, welche durch Bakterien verursacht wird. Für eine rasche Heilung ist eine frühzeitige Erkennung (Diagnose) und eine rasche und vollständige Behandlung wichtig. Säuglinge, Kleinkinder und Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist sowie Menschen, die Kontakt mit Erkrankten hatten, sind in höherem Maße gefährdet, sich anzustecken. Tuberkulose wird – ebenso wie Corona – durch Tröpfcheninfektion und Aerosole übertragen.

Aufgrund der aktuellen Kriegs- und Fluchtbedingungen ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung erhöht. Deshalb bietet das Gesundheitsamt Weilheim folgende kostenlose Screening-Untersuchungen für geflüchtete Personen an:

• Für Kinder jünger als zehn Jahre durch eine ärztliche Untersuchung

• Für Kinder und Jugendliche von zehn bis 15 Jahren sowie Schwangere durch Blutabnahme

• Für Jugendliche und Erwachsene durch eine Röntgenaufnahme der Lunge

Das Gesundheitsamt bittet daher alle Helfer, die Geflüchteten über diese kostenlosen Untersuchungen zu informieren und bei der Kontaktaufnahme zum Gesundheitsamt beziehungsweise bei einer Terminfindung zu unterstützen. Kontaktmöglichkeit per E-Mail unter gesundheitsamt@lra-wm.bayern.de. Für diese Untersuchungen benötigt das Gesundheitsamt die Ausweisdokumente sowie, falls vorhanden, den Impfpass der betreffenden Person.

Zusätzlich wird gebeten, die Geflüchteten auf die Bedeutung eines Impfschutzes gegen Corona hinzuweisen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht eine Empfehlung für den SARS-CoV-2-Impfstoff aus. Alle verfügbaren Impfstoffe zeigen laut RKI eine gute Wirksamkeit. Auch hier werden Helfer gebeten, Geflüchtete auf die Impfempfehlung aufmerksam zu machen und sie bei der Kontaktaufnahme mit einem Impfzentrum online oder unter Tel. 08803/4929700 zu unterstützen.

Weitere Informationen sowie Flyer in ukrainischer Landessprache sind auf der Website des Landratsamts unter verfügbar.

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Von Kreisbote

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