Aus für Kraftwerks-Pläne? – Zehn Jahre Ammer-Allianz – Wasserwirtschaftsamt startet heuer Renaturierung des Auwehres

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ola; Weilheim – Positive Nachricht für die Gegner der Ammer-Kraftwerke: Nach derzeitigem Sachstand wird es im Raum Weilheim keinesfalls vier Anlagen geben. Dies wurde anlässlich der Feier zum zehnjährigen Jubiläum der Ammer-Allianz bekannt. Christian Wanger, der Chef des Wasserwirtschaftsamtes (WWA), erklärte, dass seine Behörde die Genehmigung für die Renaturierung des Auwehres bereits in der Tasche habe. Das Amt, das der Allianz angehört, will noch 2009 mit dem Projekt starten. „Wir schaffen damit vollendete Tatsachen“, bekräftigte Wanger am Rande der Veranstaltung im Foyer der Weilheimer Stadthalle. Ist ein Wehr renaturiert, mache der Betrieb eines Kraftwerks keinen Sinn mehr. Wagner legte dar, dass demnächst das Grundwehr III im Bereich Unterhausen/Wielenbach auf seine Standsicherheit untersucht werde. Falls es marode sein sollte, könnte auch dieser Bereich renaturiert werden. Nach Wangers Auskunft ist das rechtliche Verfahren für die Genehmigung der Kraftwerke noch nicht eingeleitet. Zuständig ist das Landratsamt. Derzeit sind fünf Antragsteller bekannt. 80 Festgäste hatten sich versammelt, um das Jubiläum der Allianz zu begehen. CSU-Landtagsabgeordnete Renate Dodell hatte den Verdacht, dass das aktuelle Interesse für Kraftwerke mit der Erhöhung der Einspeisevergütung zum 1.Januar 2009 zusammenhänge. Sie signalisierte Unterstützung beim Vorhaben, die Kraftwerke zu verhindern. „Unsere Flüsse sind der meistgefährdete Lebensraum in Europa“, betonte der Grünen-Politiker Dr. Christian Magerl, Vorsitzender des Umweltausschusses im Bayerischen Landtag. Weilheim – Die Gewässer müssten, laut Dr. Christian Magerl, „Tabuzone“ für Planungen sein. Neue Kraftwerke dürfe es nicht geben. In dieser Frage müssten alle zusammenstehen. Lobende Worte für die Arbeit der Ammer-Allianz fand Ludwig Sothmann, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern. Die Ammer gehöre zum „Tafelsilber“. Sothmann regte an, Fließgewässer-Reservate analog zu Naturwald-Reservaten zu gründen. Sebastian Schönauer, der stellvertretende Vorsitzende des Bunds Naturschutz in Bayern, bezeichnete die Tätigkeit der Allianz als „gelebte Demokratie“. Neuestes Mitglied ist der World Wide Fund For Nature (WWF), eine der größten Naturschutzorganisationen.

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