Für Virus gewappnet

Krankenhäuser in Weilheim und Schongau setzen Maßnahmen um

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In den Krankenhäusern in Weilheim und Schongau sind unter anderem die Beatmungskapazitäten verdoppelt worden.

Weilheim/Schongau – Schon jetzt bekommen die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau die Ausbreitung des Coronavirus deutlich zu spüren.

Derzeit bereiten sich die Krankenhäuser in Weilheim und Schongau darauf vor, dass die Zahlen der Patienten, die schwer von der Lungenerkrankung Covid-19 betroffen sind, in den nächsten Wochen deutlich in die Höhe schnellen könnten, wie es in einer Pressemitteilung heißt. So wurden in einer Sondersitzung des Aufsichtsrates eine Reihe von Sicherungsmaßnahmen auf den Weg gebracht, welche die Beschlüsse von Bund und Länder praktisch umsetzen. An erster Stelle stehe dabei der Schutz der Bevölkerung sowie von Patienten und Mitarbeitern.

Die einzelnen Schritte: Als Maßnahme im Kampf gegen das Coronavirus haben Bund und Länder Krankenhäuser dazu aufgefordert alle planbaren Operationen und Eingriffe zu verschieben – wo immer dies medizinisch vertretbar ist. Nach intensiven Beratungen des gesamten Chefarzt-Kollegiums setzen die Krankenhäuser dieses um.

„Selbstverständlich werden wir unverändert alles Menschenmögliche tun, um Unfälle und Notfälle, wie einen Schlaganfall oder Herzinfarkt, optimal zu versorgen,“ bekräftigt der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Andres Knez. „Auch Patienten mit Schmerzsymptomen können sicher sein, auch weiterhin unmittelbar und uneingeschränkt behandelt zu werden, so Prof. Knez weiter.

Mit diesem weitreichenden Schritt sollen die Kliniken für einen signifikanten Anstieg von Corona-Patienten freigehalten werden. Außerdem dient es der Sicherstellung, dass ein Bett, das für die Versorgung von Corona-Patienten gebraucht wird, nicht blockiert ist durch einen anderen Patienten, der nicht zwingend zum jetzigen Zeitpunkt versorgt werden muss, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Als verschiebbare Eingriffe gelten beispielsweise orthopädische Eingriffe, wie an Hüfte oder Knie.

Um gut gerüstet zu sein, wenn die Zahl der schweren Fälle in den nächsten Wochen in die Höhe schnellen sollte, setzen die Krankenhäuser außerdem derzeit die entsprechenden Handlungsaufforderungen des Robert-Koch-Institutes in die Praxis um.

Die Maßnahmen: Innerhalb von 72 Stunden konnten in Weilheim die Beatmungskapazitäten verdoppelt werden – von acht auf nunmehr 16 Plätze. Hierzu wurden ein Aufwachraum zur Intensivstation umgerüstet und die Narkosegeräte aus dem OP für den Einsatz in der Beatmung vorbereitet.

Im Ausbau des Infektionsschutzes wird an beiden Klinikstandorten ab Montag, 23. März, eine der Notaufnahme vorgelagerte Erstaufnahme stattfinden, um Patienten, die zum Beispiel verunfallt sind oder aber mit Verdacht auf eine Covid-19-Infektion kommen, sofort zu isolieren und Ansteckungsrisiken auch bei hohem Patientenaufkommen zu minimieren.

In Schongau findet diese Erstaufnahme im Eingangsbereich statt – in Weilheim im Eingangsfoyer. In Weilheim wird zudem derzeit die Station „8.1“ als zweite Isolierstation umgerüstet. Diese steht dann ab 23. März zur Verfügung mit einer Kapazität von 19 Einzelzimmern sowie der Möglichkeit, bis zu 38 Patienten, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind, hier in der „Kohorte“ zu versorgen.

Die bereits in Betrieb befindliche erste Isolierstation in Weilheim verfügt über eine Kapazität von sieben Einzelplätzen und der Option, bis zu 14 Patienten in der „Kohorte“ zu versorgen.

Von Kreisbote

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