Kreistag bewilligt 2,5 Millionen Euro für weitere Ausweichquartiere

Mehr Betten fürs Krankenhaus

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Krankenhaus-GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann mit den Chefärzten Dr. Reinhold Lang (Viszeral- und Allgemeinchirurgie, mi.) und Dr. Thomas Löffler (Unfallchirurgie, Orthopädie, re.). Auch ihre Patienten werden die neue Station belegen.

Weilheim – Der Kreistag hat im März der Aufstockung des „Interimsbaus I“ an der Weilheimer Klinik mit Anbindung zum Haupthaus im ersten Obergeschoss mehrheitlich zugestimmt und gewährt der Krankenhaus GmbH dafür einen Investitionszuschuss in Höhe von 2,5 Mio. Euro.

Die Krankenhaus GmbH, verdeutlichte Geschäftsführer Thomas Lippmann im Gespräch mit dem Kreisboten, will auf gestiegene Leistungszahlen mit einer Erhöhung der Bettenkapazitäten reagieren. Die Zunahme der Auslastung sei auch auf neue Schwerpunkte im Therapieangebot und die Chefarztnachbesetzungen zurückzuführen. Im Herbst soll die neue modulare Station im Innenhof der Klinik bezugsfertig sein. „Je früher, desto besser“, begrüßt Lippmann die neuen Stationsressourcen. Die Module mit 32 Betten werden im Innenhof der Klinik 1:1 auf die bestehenden Container (35 Betten) aufgesetzt. Die Anschlüsse seien bereits vorhanden. „Wir können Synergieeffekte nutzen“, so Lippmann und weiter: „Die Zwei- und Dreibettzimmer in den Modulen (Containern) sind jeweils mit Nasszelle und WC ausgestattet und bieten den Patienten mehr Komfort als der alte Bettentrakt.“

Die Sanierungsarbeiten am Krankenhaus könnten dank der Ausweichquartiere zügiger bewerkstelligt werden. Weitere Vorteile sieht Lippmann darin, das Personal am Standort halten zu können und mit den Containern für die Zukunft flexibler aufgestellt zu sein: „Wenn sich die Belegungszahlen so positiv weiterentwickeln, werden wir die Module noch viel länger einsetzen.“ In den letzten zwei Jahren ist die Auslastung der Weilheimer Klinik (160 Betten) von 70 auf über 90 Prozent gestiegen, berichtete Lippmann.

Im Schongauer Haus (180 Betten) nahm sie von 60 auf 80 Prozent zu, „mit steigender Tendenz“.

Im Zuge der mit 30 Mio. Euro veranschlagten Generalsanierung wird das Weilheimer Krankenhaus in den nächsten Jahren „nach langem Investitionsstau innen wie außen ein völlig neues Gesicht erhalten“. Da Häusern mit weniger als 200 Betten eine unsichere wirtschaftliche Zukunft vorausgesagt wird, soll die Weilheimer Klinik laut Lippmann „mittel- und langfristig über diese Schwelle gehoben werden“.

Saniert wird bei laufendem Betrieb. Erneuert werden die OP-Säle, alle Patientenzimmer im Altbau, die Notaufnahme, der Eingangsbereich sowie die Außengestaltung des Klinikums. Der Landkreis bestreitet die 2,5 Mio. Euro Investitionszuschuss für die Aufstockung der Container aus Mitteln des laufenden Haushaltsjahres. Eine weitere Förderung ist ausgeschlossen, da es sich lediglich um eine Zwischenlösung handelt.

Gegen den Beschluss stimmte in der Kreistagssitzung unter anderem Kreisrätin Manuela Vanni aus Peißenberg (ödp/Unabhängige). Sie stellte die Kostenrechnung in Frage und bezweifelte, dass mit einer höheren Bettenzahl das Defizit der Krankenhaus GmbH (2015: circa fünf Mio. Euro) verringert werden könnte. Kreiskämmerer Norbert Merk entgegnete, dass man während des Umbaues die Ärzte halten wolle. Das wäre günstiger, als später einen neuen Personalstock aufbauen zu müssen.

Von Maria Hofstetter

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