Kreis-FDP gibt sich selbstbewusst – Neujahrsempfang mit Wirtschaftsminister Zeil – MdB Breil richtet in Weilheim Bürgerbüro ein

Wie sich die Zeiten ändern: Einst für FDP-Verhältnisse viel zu groß, gab es beim jüngsten Neujahrsempfang der Kreis-FDP im Saal des „Oberbräu“ kaum ein Durchkommen. Vor einer großen Gästeschar aus fast allen politischen Lagern erinnerte Kreisvorsitzender Dr. Volker Koschay an Zeiten, „in denen wir zu dritt hier saßen“.

Seit die Liberalen in Land und Bund mitregieren, wird auch an der Basis fleißig vernetzt. So verkündete Koschay, dass der Bundestagsabgeordnete Klaus Breil aus Bernried demnächst in der Weilheimer Fußgängerzone ein Wahlkreisbüro beziehen wird. Mit geschwellter Brust trat Weilheims FDP-Stadtrat Walter Hüglin ans Rednerpult: „Wir sind jetzt in allen Parlamenten vertreten.“ Die stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Judith Haberkorn pochte in ihrer Rede auf die Förderung des Tourismus und monierte die fehlenden Übernachtungskapazitäten in Weilheim. Zur Vorbereitung auf die mögliche Olympiade in Garmisch-Partenkirchen 2018 regte sie eine Projektarbeit an. Auf die Situation der Krankenhäuser ging Dr. Alfried Schinz ein. Für die Penzberger Klinik, betonte der Kreisrat, könne ein tragfähiges wirtschaftliches Konzept durch das Zusammenlegen von stationären Abteilungen und Ambulanz, in Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten, erreicht werden. Trotz der „Irritationen, die es in Berlin gibt“, steht für MdB Breil außer Zweifel, dass „die FDP voll hinter dem Koalitionsvertrag steht“. Die Absenkung des Steuersatzes für das Hotelgewerbe von 19 auf sieben Prozent habe zur Folge, dass dort wieder investiert und erweitert wird. Steuerentlastungen seien nötig, denn, so Breil: „Ein Euro Steuersenkung generiert fünf Euro Wirtschaftsdynamik.“ Die olympischen Spiele griff Wirtschaftsminister Martin Zeil auf, der sich von dem Großereignis für ganz Bayern Impulse mit großer Nachhaltigkeit erhofft. Diese „ungeheure Chance“, appellierte Zeil, müssten auch die Garmischer erkennen. Zum Landesbank-Desaster um den Kauf der Kärntner Skandalbank HGAA fordert er eine „lückenlose Aufklärung“ und dass sich die Entscheidungsträger zu ihrer politischen Verantwortung bekennen müssen. „Der Bürger hat die Zänkereien und durchsichtigen Sticheleien bis oben hin satt“, sagte der Minister unter Beifall. Der Schlusskommentar blieb nach der Diskussion dem Bernrieder Altbürgermeister Walter Eberl – Koschay: „Ein Liberaler ohne Parteibuch“ – vorbehalten. Der für seine direkte Art und schlauen Schachzüge bekannte Eberl nahm die Kreditklemme aufs Korn. Am eigenen Leib will der 80-Jährige erfahren haben, dass man „im Alter keinen Kredit mehr bekommt“. Das käme einer Entmündigung gleich, wetterte Eberl, forderte die Politik zum Umdenken auf und polterte in den Saal: „Wer hat denn´s Geld. Die Alten ham´s!“

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