KREISBOTE hilft Brücken bauen – Brücke Oberland nimmt sozial benachteiligte Jugendliche an die Hand

Eltern, Freunde, Kollegen aber auch Pädagogen und Psychologen müssen oft hilflos zusehen, wie Jugendliche in Alkohol- oder Drogensucht abgleiten.

Von außen ist die Gefahr erkennbar, aber die Betroffenen selbst wollen oder können ihren Konsum nicht verändern. Äußern Eltern ihre Sorgen, führt das meist zu intensiven persönlichen Auseinandersetzungen und Familienkonflikten, aber nicht zu der Einsicht, die Alkohol- beziehungsweise Drogenthematik anzugehen. In Schule und Ausbildung führt dies häufig zu Abbrüchen. Zurück bleiben hilflose und sorgenvolle Eltern, alte Freundschaften zerbrechen und werden durch neue Kumpel aus der jeweiligen Szene ersetzt. Der Teufelskreis wird zur scheinbar unaufhaltsamen Abwärtsspirale. Hier setzt „Grenzwert“, ein neues Projekt der Brücke Oberland e.V. an. Mit einer Kombination aus therapeutischer Hilfe, pädagogischer Unterstützung und klaren Kontrollstrukturen wird suchtgefährdeten Jugendlichen und deren Eltern ein Weg aus dem Teufelskreis Sucht angeboten. Gemeinsam mit ihren Familien erarbeiten die betroffenen Jugendlichen zunächst ein Bewusstsein für das Risiko, das sie mit ihrem Alkohol- und Drogenkonsum eingehen. Anschließend werden sie wieder in Schule oder Beruf integriert. „Das alles macht allerdings nur Sinn, wenn die Jugendlichen in ihrem Versuch, wieder clean zu werden, durch effektive und unangekündigte Testungen unterstützt werden. Ohne intensive Alkohol- und Drogenkontrollen ist die Versuchung zu groß, den Konsum heimlich fortzusetzen und das eigene Handeln zu verschleiern“, erklärt Diplompädagoge Georg Wernthaler, der das „Grenzwert“-Projekt zusammen mit dem Familientherapeuten Dominik Cammerer konzipiert hat. Erste Erfahrungen in dem Projekt geben ihnen Recht. Die Jugendlichen nehmen die Hilfe trotz oder gerade wegen der klaren und konsequenten Grenzen des Projektes an. Strafen wie Arrest und Haft können und sollen damit verhindert werden, zumindest dann, wenn der Jugendliche seine Chance tatsächlich ergreift. Sie lautet: „Wenn du clean werden willst, bekommst du jede Unterstützung, die du brauchst.“ Wer dies nutzt und in etwa neun Monaten neun unangekündigte Drogentestungen mit dem Ergebnis clean schafft, der kann seinen persönlichen Unabhängigkeitstag feiern und kann das Projekt mit Erfolg verlassen. Wer das nicht schafft, wird auf dem Weg in die stationäre Suchttherapie begleitet. Die Anschubfinanzierung leisten derzeit das Amtsgericht Weilheim und die Staatsanwaltschaft München II durch die Zuweisung gerichtlicher Bußgelder. „Leider können wir dieses innovative und wohl deutschlandweit einmalige Projekt auf diese Weise nicht vollständig finanzieren“, bedauert Wernthaler, der bereits an weiteren Finanzierungswegen arbeitet. „Ich sehe für eine dauerhafte Projektfinanzierung gute Chancen, wenn wir die nächste Zeit durch Spenden überbrücken können“, sagt Wernthaler und ergänzt: „Sucht ist ein schwieriges Thema für eine Spendenaktion, aber es geht um junge Menschen aus unserer Nachbarschaft, jede Familie kann irgendwann betroffen sein." Unterstützen Sie das Projekt mit Ihrer Spende Bankverbindung: Brücke Oberland e.V. Kontonummer 34991 Kennwort: „Brücken bauen“ Vereinigte Sparkassen Weilheim BLZ 703 510 30

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