Kreisboten-Serie: Ehrenamt ‒ Die Helfer im Verborgenen

Heinz Kirstein ist ein musikalischer Tausendsassa

Heinz Kirstein
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Heinz Kirstein langweilt sich trotz der momentanen Einschränkungen nicht: Er musiziert, arbeitet am Computer, dreht Filme und fährt E-Bike. In der Tiefstollenhalle bemüht er sich gerade um neue Videotechnik.
  • Ursula Gallmetzer
    vonUrsula Gallmetzer
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Peißenberg – Seit die Kultur von der Regierung in einen Corona-Schlaf geschickt wurde, ist es auch in der Tiefstollenhalle ruhig. Dennoch tut sich in der Veranstaltungshalle auch ohne Besucher etwas. Daran maßgeblich beteiligt ist Heinz Kirstein. Der Kreisbote hat sich mit ihm getroffen. 

Musik prägt das Leben von Heinz Kirstein seit über 50 Jahren und hatte in der Familie stets einen hohen Stellenwert. Zunächst spielte Kirstein Akkordeon; irgendwann kamen Keyboard, Gitarre und eine Band dazu. Die war es dann auch, die ihn zum ersten Mal in die Tiefstollenhalle führte. Das „Amigos Trio“ durfte bereits im Eröffnungsjahr 2004 zu Silvester auftreten. Weitere Engagements folgten.

Beruflich war Kirstein in der EDV tätig. Zunächst auch im Unternehmen seines Bruders, dem Schongauer Musikhaus Kirstein, später in verschiedenen Peißenberger Firmen. Als er 2015 in Rente ging, war er auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. „Ich habe bei Günther Schatz (Vorsitzender des Kulturvereins; Anm. d. Red) angerufen und gefragt, was ansteht“, erinnert sich der gebürtige Hohenfurcher, der seit 1971 in Peißenberg lebt. „Seitdem bin ich mit Lust und Begeisterung dabei“, sagt der 71-Jährige. Zunächst war er Beisitzer, fand seine ehrenamtliche Bestimmung dann aber schnell in der Rolle als Schriftführer. „Das ist deutlich mehr als nur Protokoll schreiben“, verweist Kirstein auf seine zahlreichen Aufgaben. Die Homepage des Vereins ist sein ganz besonderes Anliegen, um das er sich zuverlässig kümmert und stets aktuell hält; auch der Newsletter stammt von ihm. Das Besondere im Kulturverein sei der Zusammenhalt der derzeit 13 Mitglieder, von denen sich bei Veranstaltungen jedes um alles kümmert. „Vom Aufbauen der 500 Stühle bis zum Auffüllen des Toilettenpapiers“, weiß Kirstein, sind es vor allem die Feinheiten und die familiäre Atmosphäre, die die Veranstaltungen in der Tiefstollenhalle so außergewöhnlich machen.

Für alle was dabei

„Ich bin für provokative Ideen bekannt“, sagt der siebenfache Opa mit einem Grinsen. Die Oberkrainer einzuladen war eine davon in der jüngsten Zeit, denn volkstümliche Musik liegt ihm am Herzen. So manch anderer Musikstil entspricht weniger seinem Geschmack: „Bei Jazz stellts mir die Ohren auf.“ Dennoch respektiere jeder im Verein auch die anderen Genres, denn es soll ja für alle etwas im Programm sein. Das wird gemeinsam erarbeitet – derzeit in Videokonferenzen, den „Kinoabenden“, bei denen Videos verschiedener Künstler angesehen werden. „Der Vorlauf ist fast zwei Jahre.“ Derzeit wird schon für 2023 verhandelt.

Da momentan keine Veranstaltungen erlaubt sind, hat Kirstein sich andere Projekte überlegt: Die Nummerierung für die 500 Stühle hat er erneuert und eine Großleinwand samt Übertragungstechnik soll in der Halle installiert werden, um auch den Zuschauern in den hinteren Reihen den Blick auf die Bühne zu ermöglichen. Die Veranstaltungen, der Kontakt zu Musikern und Kabarettisten und natürlich zu den Besuchern fehlt dennoch sehr. „Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr noch öffnen dürfen.“

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