Kreishandwerksmeister Zirngibl erhebt 107 Lehrlinge in den Gesellenstand

Respektabler Nachwuchs im Handwerk

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Die Innungssieger 2015. Stefan Zirngibl (li.) und Gustl Bernhofer (re.) gratulierten (v.li.) Christian Schachtner, Christoph Bach, Simon Kautecky und Christian Schelle.

Weilheim – Seit Freitag haben die Handwerksbetriebe im Oberland 107 Gesellen mehr. Die bisherigen Lehrlinge wurden im Rahmen eines Festaktes in der Stadthalle von Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl mit der traditionellen Formel von ihren bisherigen Verpflichtungen freigesprochen und in den Gesellenstand erhoben.

Neben viel Lob für die von den jungen Leuten gezeigten Leistungen und das Engagement der Berufsschullehrer, Ausbilder und Eltern übte Zirngibl harsche Kritik an der großen Koalition. Nach der Ankündigung „Lehnen Sie sich zurück. Ich werde heute etwas länger sprechen“ attackierte und zerpflückte er die jüngsten Beschlüsse und Gesetze wie Mindestlohn, Rente mit 63 Jahren oder die Arbeitsstätten- und Arbeitsschutzverordnungen. Gesetze, die Mindesttemperaturen in wenig genutzten Räumen, Fenster in Toiletten oder beheizbare Baustellentoiletten vorschrieben, seien schlicht unausgegoren.

Auch die Aussage von SPD- Generalsekretärin Yasmin Fahimi, wer keine Stundenzettel ordentlich ausfüllen könne, sei ein „Gauner oder doof“, wies Zirngibl unter kräftigem Applaus der anwesenden Handwerker scharf zurück. Der bürokratische Aufwand für die Handwerksbetriebe müsse auf ein Maß reduziert werden, das für inhabergeführte Betriebe nicht zur Existenzgefährdung führe, forderte Zirngibl.

Schmunzeln und Applaus erntete er für seinen Vorschlag zur Lösung des viel beschworenen Fachkräftemangels: „Meine Damen und Herren, wir brauchen einfach mehr Babys.“

Anerkennung für die Junghandwerker hatten zuvor die Grußredner von Stadt, Landkreis sowie von der Berufsschule zum Ausdruck gebracht. Wirtschaftsreferentin Saika Merx bekundete ihren persönlichen Respekt und gratulierte im Namen der Stadt. Landrätin Andrea Jochner-Weiß nannte den erworbenen Gesellenbrief einen „Freibrief für den Aufbruch in eine neue Freiheit“. Die gäbe es aber nie absolut. „Treffen sie die richtigen Entscheidungen“, mahnte sie. Oberstudiendirektor Dr. Burkhard Küster wünschte den Absolventen, dass sie nie mehr „arbeiten müssen“. „Wer seine Arbeit liebt, für den ist es kein Muss“, sagte er und ermutigte zum Dranbleiben im Beruf.

Vor der Zeugnisübergabe nutzte der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gustl Bernhofer die Gunst der Stunde, um sich von den Anwesenden zu verabschieden. Er stellte dabei auch gleich seinen Nachfolger Roland Streim vor. Wenn sich nach 35 Jahren im Beruf kleine Fehler einschleichen würden, dann sei es Zeit zu gehen, sagte er und erntete lange anhaltenden Applaus.

Musikalisch stimmungsvoll umrahmt wurde die Freisprechungsfeier in der Stadthalle durch die Big Band des Gymnasiums Weilheim.

Von Georg Müller

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