Kreistag beschließt 17,2 Millionen Euro für Schulen – Heftige Diskussionen um einzelne Vorhaben

Sind 1,4 Mio. Euro für Erweiterungen der Realschule und des Gymnasiums in Schongau wirklich notwendig, wenn in Altenstadt ein guterhaltenes Schulgebäude leer steht? Diese Frage versuchte der Kreistag am Freitag in seiner Sitzung in Eberfing zu klären.

Für die Baumaßnahmen sprachen sich Schongaus erster Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) und Paul Huber (CSU), zweiter Bürgermeister, aus. Den Bau für unnötig betrachtete dagegen das Gros der Kreisräte sowie Landrat Dr. Friedrich Zeller (SPD). „Wir sollten vermeiden, Neubauten zu errichten und müssen stattdessen den Bestand erhalten“, sagte Zeller. Dem schloss sich Hans Schütz (Grüne) an; es solle so wenig wie möglich investiert werden. Sichtlich verärgert zeigte sich Huber über die Kritik: „Es ist leicht über Dinge zu reden, die einen nichts angehen“, sagte er und wehrte sich, „dumm“ angeredet zu werden. Nur „halb informiert“ zu sein warf Gerbl Dr. Norbert Vidal (BfL) vor. Dieser hatte gesagt, dass Eltern und Lehrern der Schüler die Entfernung nach Altenstadt zu weit sei. Auf den Punkt brachte es Peitings Bürgermeister Michael Asam (SPD), der sagte, dass ein „Bau, wenn er nicht sein muss, sinnlos ist“. Für unnötig sahen einige Kreisräte auch die geplante Generalsanierung der Peißenberger Sporthalle in Höhe von 3,5 Mio. Euro an. „Der Landkreis ist mit 45 Prozent Miteigentümer und müsste 1,6 Mio. Euro investieren“, sagte Peter Strauß, Leiter der Kommunalen Bauverwaltung. Dass die 20 Jahre alte Halle nun komplett saniert werden müsse, bezeichnete Peter Erhard (CSU) als „komisch“. Die Halle in Böbing sei ebenfalls 20 Jahre alt und stehe da wie neu. Er wollte genauere Gründe wissen, wieso die Halle in „desolatem Zustand“ sei. Als Hauptgrund nannte Peißenbergs Bürgermeisterin Michaela Vanni (SPD) das undichte Dach. „Es sind schlicht und einfach Baumängel“, sagte sie. Im Hinblick auf die Kosten werde Zeller die Marktgemeinde bitten, „uns an jedem weiteren Schritt zu beteiligen“. Zudem schlug er vor, die Kosten von 1,6 Mio. Euro für das Jahr 2009 zu verschieben. Der Denkmalschutz sorgt beim Gymnasium Weilheim für erhöhte Baukosten. „Die Sanierung der Fenster im Altbau wird dadurch insgesamt 100000 Euro teurer“, sagte Strauß. Ohne Denkmalschutz blieben die Kosten bei 20000 Euro, so seien es jedoch 120000 Euro. „Jedes Fenster muss vom Schreiner einzeln erneuert werden“, ergänzte er. Insgesamt belaufen sich die Kosten für Baumaßnahmen an Weilheims Gymnasium auf 2,72 Mo. Euro. Bei zwei Gegenstimmen sprach sich der Kreistag für den Finanzplan mit einem Gesamtvolumen von 17,28 Mio. Euro aus.

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