Am Freitag fällt Entscheidung über Zukunft der Klinik Peißenberg

Letztes Wort hat der Kreistag

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Im Sitzungssaal war Protest nicht erlaubt, die Schilder der Klinikmitarbeiter mussten draußen bleiben.

Weilheim – Mit 9:4 Stimmen hat der Kreisausschuss am Montag einen Vorschlag von Landrat Dr. Friedrich Zeller an den Kreistag abgelehnt, den Betrieb der Inneren Medizin am Krankenhaus Peißenberg mit dem Ausschei- den von Chefarzt Dr. Fischer, spätestens jedoch zum 31. Mai 2014, einzustellen.

Auf 7,04 Mio. Euro ist das Defizit des Peißenberger Krankenhauses seit 2003 gewachsen. Nach den Worten von Reinhold Socher, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, würde die Schließung der Inneren Abteilung Peißenberg das Betriebsergebnis der GmbH um 1,25 Mio. Euro entlasten, nach Abzügen verblieben noch 400 000 Euro. 

Socher machte aber auch deutlich, dass maximal ein Viertel der Peißenberger Mitarbeiter in der Krankenhaus GmbH weiterbeschäftigt werden könnten. Im Rahmen eines Sozialplanes müsse „jeder Einzelfall genau geprüft“ werden. Die mit der Peißenberger Schließung notwendige Bettenaufstockung in Schongau (+4) sieht Socher unproblematisch, die weitaus größere Patientenverlegung nach Weilheim (+12 Betten) bezeichnete er als „schwierig aber nicht unmöglich“. Ein so genannter Bettenmanager könnte hier hilfreich sein. „Erheblich verschärfen“ würde sich die Situation laut Socher im Bereich der Intensivbetten. 

 Mit der Aufgabe der Inneren Medizin in Peißenberg, warb Zeller um Zustimmung, „wollen wir das nah gelegene Krankenhaus Weilheim stärken“. Bezirksrat Michael Asam hält den Zeitpunkt, einen „Schlussstrich“ zu ziehen, für verfrüht: Über ein Strukturgutachten, so der SPD-Kreisrat, könnte sich eine Lösung finden, dass Peißenberg umstrukturiert und doch noch medizinisch genutzt wird. „Auf Jahre hin ruiniert“ sieht Wolfgang Taffertshofer (BfL) den Kreishaushalt, wenn sich das Defizit der Krankenhäuser, derzeit fast sechs Mio. Euro, wie bisher weiter entwickle. Mit der Bundespolitik, die für die finanzielle Schieflage der kommunalen Krankenhäuser verantwortlich sei, haderte nicht nur Hans Geisenberger (Unabhängige/ödp): „Private Kliniken picken sich die Rosinen raus, und wir machen mit der Grundversorgung der Bevölkerung den teuren Rest.“ Dr. Fischers Eintritt in den Ruhestand sei der „ideale Zeitpunkt“, Peißenberg zu schließen, findet Geisenberger. 

 Seit Monaten, kritisierte Karl-Heinz Grehl, hätten die Grünen einen Faktencheck gefordert, um die Probleme im Vorfeld öffentlich zu diskutieren. Peißenberg sei nicht haltbar, jetzt gehe es darum, die Standorte Weilheim und Schongau zu sichern. Den Vorwurf, mit dem Krankenhaus Wahlkampf zu machen, wies CSU-Fraktionssprecher Peter Erhard zurück: Zellers Vorschlag, Peißenberg jetzt zu schließen, enthalte zu viele offene Fragen. Der Landrat habe nicht rechtzeitig das Gespräch mit den Ärzten gesucht, fand Erhards Fraktionskollege Xaver Wörle, der auf die zahlreichen anderen Pflichtaufgaben des Landkreises verwies. Für die baldige Schließung Peißenbergs im nächsten Jahr sprachen sich neben Landrat Zeller die Kreisräte Geisenberger, Grehl und Wörle aus. 

Ob und wie es mit der Inneren Medizin in Peißenberg weitergeht, wird am Freitag, 19. Juli, im Kreistag festgelegt. Die öffentliche Sitzung beginnt um 9 Uhr im Zugspitzsaal des Landratsamtes II an der Stainhartstraße 7 in Weilheim.

Maria Hofstetter

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