Kreisverkehrswacht würdigt Engagement von 84 Schülerlotsen

Großes Lob für "Schutzengel"

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Mit Urkunden und Zehn-Euro-Münzen wurden die Schülerlotsen geehrt, die schon drei Jahre oder länger ihren Dienst verrichten: (v.li.) Santino Helbig, Michelle Bocksberger, Marco Erhart, Michael Wurzinger, Matthias Hofmann und Florian Taffertshofer. Mit auf dem Bild: (v.li.) Georg Off, Josef Guggemos, Harald Bauer und Horst Martin.

Peißenberg – Ein bisschen umkam Georg Off ja schon das „schlechte Gewissen“, als er bei der Ehrungsfeier für die knapp 90 aktiven Schülerlotsen im Altlandkreis Weilheim „McDonalds“-VIP-Karten als Präsent ankündigte.

„Aber die mögt ihr sicher lieber als Äpfel und Naturkost. Und einmal im Jahr können wohl auch eure Eltern ganz gut damit leben“, rechtfertigte der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Weilheim-Schongau die Ausgabe der Essensgutscheine – und das Geschenk traf voll den Nerv der jungen Zielgruppe: „Geil“, riefen ein paar Schüler Off entgegen.

Die VIP-Karten und die Essenseinladung im Peißenberger Gasthof „Zur Post“ waren ein kleines Dankeschön für das ehrenamtliche Engagement der Schülerlotsen. Täglich sind bayernweit rund 1,7 Millionen Schüler auf dem Schulweg unterwegs. In den 1970-er Jahren gab es jährlich bei Unfällen im Durchschnitt noch etwa 35 Todesfälle zu beklagen.

Wie Harald Bauer, der Leiter der Polizeiinspektion Weilheim, den Schülerlotsen berichtete, sei die Anzahl inzwischen „praktisch auf null reduziert“ worden. Im Verantwortungsbereich der Inspektion habe es 2016 rund 1500 Verkehrsunfälle gegeben, lediglich fünf davon seien auf dem Schulweg passiert: „Ihr tragt ganz wesentlich dazu bei, dass die Zahl der Toten so stark zurückgegangen ist“, lobte Bauer die versammelten Schülerlotsen: „Zivilcourage zu zeigen, wird immer seltener. Ihr aber engagiert euch.“

Warme Worte gab es auch von Josef Guggemos. Der Sachgebietsleiter am Landratsamt Weilheim-Schongau sprach von „selbstlosem Einsatz“ und von „idealistischen Taten“. Die Schülerlotsen, so Guggemos, seien „Schutzengel an unseren Straßen“.

Auch Horst Martin, der als einziger Kommunalpolitiker den Weg zu dieser Ehrungsfeier gefunden hatte, lobte den Einsatz der Schülerlotsen: „Ohne Ehrenamt funktioniert unsere Gesellschaft nicht“, betonte Weilheims stellvertretender Bürgermeister.

Die Gemeindevertreter aus Huglfing und Peißenberg glänzten hingegen durchwegs mit Abwesenheit: „Das ist schade“, kommentierte dies Off.

Für sechs Schülerlotsen, die bereits drei Jahre oder sogar noch länger aktiv sind, gab es schließlich noch eine besondere Ehrung. Sie bekamen zum Dank eine Zehn-Euro-Münze überreicht.

Einer von ihnen war Santino Helbig. Der 17-Jährige verrichtet an der Realschule in Peißenberg seinen Lotsendienst. Das ist nicht immer ein Honigschlecken, vor allem dann nicht, wenn es richtig kalt ist. „Manchmal wird man blöd angeschaut oder man muss sich blöde Sprüche anhören“, so Helbig am Rande der Ehrungsfeier.

Doch alles in allem mache der Schülerlotsendienst „Spaß“ – und ganz uneigennützig ist das Engagement auch nicht: „Ich mach‘ das auch wegen der Bemerkung im Zeugnis“, gab Helbig schmunzelnd zu.

Von Bernhard Jepsen

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