Polizeiinspektion stellt Kriminal- und Verkehrsstatistik für 2017 vor

Murnau bleibt ein sicheres Pflaster

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Haben mit 32 Kollegen die Sicherheit der Bürger im Blick: Die Polizeihauptkommissare Rudi Schedler und Jürgen Kettl (stellv. Leiter) mit Joachim Loy, Leiter PI Murnau V. li..

Murnau – „Wir haben ein gutes Jahr hinter uns“, eröffnete Joachim Loy, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Murnau, den Bericht über die Sicherheitslage in seinem Zuständigkeitsbereich.

Die PI mit ihren 35 BeamtInnen sowie fünf Angestellten betreut circa 31 800 Einwohner auf einer Fläche von rund 350 Quadratkilometern. Dazu gehören neben dem Markt Murnau die Gemeinden Bad Kohlgrub, Uffing, Saulgrub, Ohlstadt und Seehausen. Um auch den wasserpolizeilichen Aufgaben auf dem Staffelsee nachkommen zu können, verfügt die Dienststelle über ein leistungsstarkes Motorboot.

2017 fielen insgesamt 950 Straftaten an, 75 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum. Für diese Steigerung ist jedoch weniger eine größere Neigung zu kriminellen Handlungen verantwortlich, so Loy. Als wesentliche Ursachen nannte er, dass jetzt zwei Beamte mit einer Spezialausbildung für Rauschgiftdelikte tätig seien, weiterhin habe eine Serie von Sachbeschädigungen durch Graffitisprayer aufgeklärt werden können. Durch die geänderte Gesetzeslage sei es auch zu einer Steigerung der Sexualdelikte von sieben auf 16 Fälle gekommen, da jetzt mehr Fälle gemeldet würden. Gleichwohl sei gerade in diesem Bereich von einer immer noch hohen Dunkelziffer auszugehen (Aufklärungsquote 81,3 Prozent).

Bei den Eigentumsdelikten wurden 129 einfache und 95 schwere Diebstähle verzeichnet, damit sank hier die Gesamtzahl um 43 Fälle zum Vorjahr (Aufklärungsquote 26,3 %). Auch die Wohnungseinbrüche nahmen von 18 auf 15 Fälle ab. Wichtig sei die Nachsorge der Betroffenen durch die Polizei, da die Einbruchsopfer durch den Eingriff in ihre Privatsphäre erheblich verunsichert seien, so Loy. Hierzu gehörten auch Tipps zur Vorsorge.

Raub, Körperverletzung, Misshandlung und Freiheitsberaubung werden in der Statistik als Rohheitsdelikte zusammengefasst. 145 Fälle wurden zur Anzeige gebracht, 18 weniger als 2016 (Aufklärungsquote 91,7 %). Bemerkenswert ist, dass 28,7 Prozent der Fälle unter Alkoholeinfluss verübt wurden, eine Tatsache, die Loy für eine Verkürzung der Öffnungszeiten von Lokalen plädieren lässt.

Durch die 104 angezeigten Fälle an Vermögens- und Fälschungsdelikten (Betrug) wurde ein Gesamtschaden von 1,17 Mio. Euro verursacht. In der Betäubungsmittelkriminalität wurden mit 77 Fällen 33 mehr als 2016 erfasst, die „Dunkelziffer liegt jedoch laut Loy bedeutend höher.

Sehr positiv bewertete der Dienststellenleiter die Arbeit des Jugendbeamten, der durch seine ständige Präsenz auf der Straße und die Präventionsprojekte „Saubableim“ (Sucht) und „Zammgrauft“ (Gewalt) an den Schulen einen engen Kontakt zu den Jugendlichen habe. Ebenso sei der Verkehrsunterricht durch die Jugendverkehrserzieherin an Schulen und Vorschulen eine wirksame Präventionsarbeit.

Im Gegensatz zu anderen Regionen spielen die Delikte, die von Zuwanderern begangen wurden, in der PI Murnau nur eine untergeordnete Rolle. Insgesamt 61 Straftaten wurden von diesem Personenkreis begangen, wobei die geschädigten Personen zumeist ebenfalls aus dieser Bevölkerungsgruppe stammen. Gründe für den niedrigen Wert sind einmal, dass keine Erstaufnahmeeinrichtung im Zuständigkeitsbereich liegt und die Polizei an den Unterkünften eine engmaschige Präsenz zeige.

„841 Verkehrsunfälle ereigneten sich im Dienstbereich (+1%), 161 Personen wurden dabei verletzt“, berichtete Polizeihauptkommissar Rudi Schedler. Bei sechs Unfällen wurde Alkoholkonsum als Ursache festgestellt, 40 Unfälle waren auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Erfreulich nannte Schedler die Tatsache, dass nur ein Schulwegunfall zu verzeichnen war, bei dem zwei Radfahrer zusammengestoßen waren (ein Leichtverletzter). Ausdrücklich lobte er das Verhalten der Autofahrer, die sich mittlerweile sehr rücksichtsvoll an den Bushaltestellen verhielten. Glücklicherweise sei kein einziger Verkehrstoter zu verzeichnen gewesen. Negativ sei allerdings die Zahl der Motorradunfälle, die um 110 Prozent auf 21 zugenommen habe, wobei 16 Motorradfahrer verletzt worden seien.

Unter „Besondere Vorkommnisse“ ist auch ein Vorfall vermerkt, bei dem ein Auto mit Hilfe von Feuerwehren und Wasserwachten aus dem Riegsee geborgen werden musste, nachdem ein Fahrlehrer vergessen hatte, an seinem Pkw die Handbremse anzuziehen.

Von emh

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