Ateliertagen in Murnau und Umgebung

Künstler gewähren Einblicke in ihr Schaffen

Ateliertage in Murnau und Umgebung
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Bei den Ateliertagen in Murnau und Umgebung konnten Besucher Kunst, Spaß und Kreativität erleben.
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Bei den Ateliertagen in Murnau und Umgebung konnten Besucher Kunst, Spaß und Kreativität erleben.

Murnau – Ob Tür, Tor oder Pforte: Sie alle sind weit geöffnet. Das Innere sucht Aufmerksamkeit – und im besten Falle einen Käufer, ein neues Zuhause. Bei den Ateliertagen in Murnau und Umgebung luden rund 20 Kunstschaffende am vergangenen Wochenende Besucher in ihre Werkstätten und Schauräume ein und ließen dabei nicht nur ihre Werke entdecken, sondern auch in ihr Schöpfen blicken.

Es kann eine kleine Wanderung sein oder auch eine ausgedehnte, je nach dem, wie weit der Hunger nach Kunst, der Durst nach Farben die Füße trägt. Vergangenes Wochenende öffneten Kreative ihre Räumlichkeiten und Wirkungsstätten in Murnau, Bad Bayersoien, Oberhausen, Huglfing, Obersöchering, Uffing, Spatzenhausen und Schlehdorf zwischen 11 und 17 Uhr. Anlass waren die alle zwei Jahre von dem Kulturbeirat Murnau und dem Murnauer Kunstverein organisierten Ateliertage. Ein Blick in vier Ateliers, in denen sich zeigt, dass Kunst nicht allein vom Produkt, sondern vor allem vom Prozess lebt.

Es ist Samstag, die Kirchenuhr hat eben Punkt Elf geschlagen. Bildhauerin Susanne Assum hat gerade noch einmal ihren Schauraum am Mösl durchgekehrt und klopft Staub von ihrer Arbeitshose. Sie läuft zwischen den Werken hindurch und streicht über das Holz. Sie arbeite „am liebsten großformatig“, sagt die Künstlerin. Assum steht an einem Olivenbaumstumpf mit üppiger Wurzel. Sie klopft mit flacher Hand darauf, das Objekt sei fast komplett hohl gewesen, sie habe es ein wenig gefüllt. Seit Assum ihre Serie „Wunden“ geschaffen hat, verwendet die Bildhauerin bevorzugt Fundholz, Stümpfe, Baumgeschwülste – eben Werkstoff mit Geschichte und Makeln. Ihre Schöpfungen? „Ausdruck von ganz simplen Menschheitsfragen“, sagt sie und blickt auf ein Werk, das Holz mit blauer Farbe vereint und im Nu an Wasser denken lässt.

Assum aber spricht auch von Kreislaufarbeiten, die zeigen, wie aus Totem etwas Neues hervorgeht, wie das Olivenbaumrelikt zeigt, an dem sie goldene Holzknospen gedeihen lässt.

Mit einem deutlichen Fingerzeig weist eine kubistisch anmutende Skulptur eines Mannes auf die geöffnete Galerie von Walter Kraft am Burggraben hin. Draußen leuchten bunte Bilder dem Betrachter entgegen. Drinnen bleibt es farbenreich. Überall hängen und stehen Werke, rund 400, schätzt der Künstler. Er habe noch Werke aus den Siebzigern hier, lächelt Kraft. Gleich am Eingang zeigt er Werke, die im Gegensatz zum strikten Museumsappell „Bitte nicht anfassen!“ berührt werden wollen. Grafikinstallationen aus Alutafeln auf Dibondplatten, versehen mit Linien, die Ordnung vermitteln. Jede Tafel lässt sich um 360 Grad drehen. Bei 36 Tafeln gibt es allein bei acht Positionen pro Element über 320 Quintillionen Möglichkeiten, das Werk zu gestalten. Und der Betrachter wird plötzlich mit Unordnung in der Ordnung konfrontiert. „Normalerweise befasse ich mich mit &- und @-Zeichen“, erzählt Kraft, ursprünglich ein Mann der Typografie. Er schreitet durch seine Galerie, zeigt eine Auswahl an Werken. Eines hänge als Leihgabe im Schloßmuseum, sagt Kraft. Nichts Drehbares, kein &, kein @, sondern ein Bild von Murnau, dem sich Kraft in vielen kontrastreichen Werken gewidmet hat.

Ein persönlicher Einblick

Unweit des Schloßmuseums ist Silke Lührs Atelier zu finden. Ein ziemlich persönliches Atelier, befindet es sich doch in ihrem Wohnhaus. Über die Terrasse geht es zu den Bildern, die im Esszimmer oder im Flur hängen. „Man kommt heute zu mir nach Hause“, lächelt Lühr. Sie schlendert durchs Erdgeschoss, der alte Holzboden knarzt. „Ich mag das Erdige, das Dornige“, sagt sie beim Blick auf die Farben und Strukturen in ihren Werken. Das komme vielleicht unterbewusst aus ihrer Kindheit, meint die gebürtige Australierin. Nicht all ihre Werke sind zu betrachten, des Platzes wegen. Und so hat Lühr ein paar Ordner mit ihrem Repertoire und ihrer Vita bereitgelegt. Auf einem Laptop läuft eine Bilderstrecke durch. Lühr schlendert an Schmuckstücken und Skulpturen vorbei, doch Acryl-Mischtechnik auf Leinen ist ihr Kerngebiet. „Ich liebe es, wenn die Textur des Leinen hindurchkommt“, lächelt die Murnauerin, die sich in ihrer Kunst mit Polarität und Balance befasst.

Mit dem Wort, das mehr ist als ein Klang, beschäftigt sich die kreative Prozessgestalterin und Kunsttherapeutin Petra Krönner. In ihrem Atelier in Neu-Egling zeigt die Diplom-Grafikerin Wortbilder, die dazu anregen, hinter die Welt zu schauen, es wird imaginiert, Fantasie bekommt Gestalt. Krönner geht bedacht durch ihre Räume. „Ich male symbolhaft“, sagt sie und zeigt Werke, die Titel im wahrsten Sinne des Wortes tragen. „Rücksicht“, „Leere-Fülle“, „Widerstand“, „Wehmut“ sind in den Farbwelten zu lesen. Die Worte haben Gewicht, die Pinselstriche bergen Intuition. „Jedes Bild hat eine Hommage“, so die Künstlerin. Krönner deutet auf eine Leinwand. Da habe sie wie eine Besessene gemalt, erinnert sie sich und lächelt. Bei der Typografie dagegen agiert sie stiller, ist absoluter Präzession verschrieben. Die Künstlerin spricht von „leidenschaftlichen Kontrastarbeiten“. Und diese Leidenschaft scheint nach der Fertigstellung nicht zu erblassen, denn Krönner hängt an ihren Werken, will für diese ein gutes Zuhause finden, sie geborgen wissen. Manche Gemälde behält sie auch, schließlich brauche man für Ausstellungen Repräsentatives, meint sie. Meistens jedoch haftet an ebendiesen repräsentativen Werken auch viel Persönliches.

Am Abend sind die Türen und Tore der Ateliers geschlossen, doch die Kunst lebt weiter. Am Samstagabend parkt das feuerrote Kunstmobil aus Oberhausen am Kultur- und Tagungszentrum. Aus dem Wagen steigen Gerd Lepic und Uta Schnuppe Strack, mit allerlei Ausmalbilder Murnaus im Gepäck. Kinder und Jugendliche dürfen sich zwei Stunden lang an den farbhungrigen Vorlagen verausgaben, wenngleich sich Lepic mehr Zulauf gewünscht hätte, „viele Kinder waren nicht da“, bedauert er am Ende. Anschließend geht es in der Muschel im Kulturpark weiter, wo etwa Clowns mit gigantischen, schimmernden Seifenblasen magische Momente schaffen und sich Musiklehrer Marcus Ottschofski mit seinen Schülern an die Kora, eine westafrikanische Harfe, setzt. Trotz sommerlicher Temperaturen sind die Zuschauerbänke nur spärlich besetzt, während in Murnaus Kern die gastronomischen Außenbereiche gut gefüllt sind, etwa im Biergarten des Griesbräu, wo ein Westtor-Konzert zahlreiche Zuhörer anlockt. Am Abend darauf ist es dem Corazón-Quartett vorbehalten, die Ateliertage mit Latin und Flamenco ausklingen zu lassen.

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Rubriklistenbild: © Reindl

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