Gemeinde Peißenberg plant keine Einschränkungen in der Tiefstollenhalle

Kulturauftrag erfüllt

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Franco Colle von der Gasoline Gang hat den Gemeinderat hinter sich. Auch im nächsten Jahr wird das Oldtimertreffen stattfinden.

Peißenberg – Alte Autos, Rock’n’Roll und ein bunt gemischtes Publikum: Eine „amerikanische Roadshow“, wie Dr. Josef Anzenberger es empfunden hat (wir berichteten), war das Oldtimertreffen der Gasoline Gang im Juli für die Veranstalter auf keinen Fall.

Das Oldtimertreffen war wohl der Tropfen auf den heißen Stein, der eine kleine Gruppe von Anwohnern rund um Anzenberger dazu bewegte, sich bei der Gemeinde, vor allem wegen der Lärmbelästigung, zu beschweren. Der Gemeinderat wies den Antrag auf Nutzungsbeschränkung für die Tiefstollenhalle jedoch einstimmig ab. 

Die Gasoline Gang, die das Oldtimertreffen organisierte, versteht die Beschwerde nicht. „Wir haben uns an alle Auflagen gehalten“, sagt Franco Colle. „Alles war unter 95 Dezibel“, versichert er. Draußen sei diese Grenze ohnehin nie erreicht und auf ein Schlagzeug extra verzichtet worden. Ab 22 Uhr sei die Veranstaltung dann in die Halle verlegt worden. Auch dort sei die Lautstärke der Musik aber stets beachtet worden.

Auch wurde nicht bis in den Morgen gefeiert, erklärt Colle. „Um 1.50 Uhr hat die Band aufgehört, um 2.30 war alles aufgeräumt.“ „Es lief alles sehr ruhig und geordnet ab. Teilnehmer und Besucher haben sich vorbildlich verhalten“, sagt auch Kurt Guffanti, der bei der Gasoline Gang die PR macht. 

Anzenbergers Vorwurf, man sei dem mit dem Areal verbundenen Kulturauftrag nicht gerecht geworden, entkräftet Guffanti: „Ein Industriedenkmal wie die wunderschöne Tiefstollenhalle und historische Fahrzeuge passen hervorragend zueinander.“

Außerdem seien alle Fahrzeuge historischer Art gewesen. Voraussetzungen für ein H-Kennzeichen, das alle Autos und Motorräder hatten, sei der Einsatz des Fahrzeugs zur „Pflege des KFZ-technischen Kulturgutes“. Sogar ein Auto, das ursprünglich John F. Kennedy gehörte, war vor der Tiefstollenhalle und Fachleute erklärten den Besuchern gerne Details zu allen Fahrzeugen. 

Bürgermeisterin Manuela Vanni steht hinter der Gasoline Gang: „Solche Veranstaltungen passen zur Tiefstollenhalle.“ 

In der Anzahl der Veranstaltungen pro Jahr, die Anzenberger moniert, sieht sie kein Problem. „Die Zahl 150 klingt zunächst erschreckend“, gibt Vanni zu. Es sei aber zu bedenken, dass bei dieser Zahl alle Veranstaltungen mitgezählt wurden, also beispielsweise auch der Kinderbasar, die Sportlerehrung, die Bürgerversammlung, kleine private Feiern oder Kabarettabende. „Draußen findet eh ganz wenig statt“, sagt Vanni, „und um 22 Uhr müssen ohnehin alle rein.“ Technopartys seien schon seit über einem Jahr nicht mehr genehmigt worden, da habe die Gemeinde ein Auge drauf. 

Mit Gemeinderat und Bürgermeisterin hinter sich ist Colle sich sicher, dass die Gasoline Gang auch im kommenden Jahr das Oldtimerfest an und in der Tiefstollenhalle organisiert. „Wir wollen niemanden belästigen, sondern einen schönen Tag mit jungen und alten Besuchern feiern“, hofft er auf ein friedliches nächstes Fest.

Von Ursula Gnadl

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