Asyl im Oberland und Evangelisches Bildungswerk laden ein

Kulturdolmetscher gesucht

Norbert Räbiger, Adel Youkhanna und Susanne Seeling
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Norbert Räbiger, Adel Youkhanna und Susanne Seeling (v.li.) werben für Interessenten zur Kulturdolmetscher-Ausbildung.

Weilheim/Region – Es werden Freiwillige für das Projekt Kulturdolmetscher gesucht, welches seit 2019 auch von der Bayerischen Staatsregierung unterstützt wird. Entwickelt von der Katholischen Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising, dem Dachauer Forum und der Domberg-Akademie, sind mittlerweile Katholische und Evangelische Erwachsenenbildung gemeinsam Projektträger.

Die Idee ist so einfach wie überzeugend: Gut integrierte Migranten unterstützen seit 2015 mit ihren Erfahrungen ehrenamtlich neu Zugewanderte. Dazu ist eine Qualifizierung notwendig, die in einem 40-stündigen Kurs erarbeitet wird. Adel Youkhanna, Dolmetscher und interkultureller systemischer Berater, absolviert derzeit seinen Qualifikationskurs zum Multiplikator und wird dann die Kulturdolmetscher in der Region ausbilden.

„Es geht um wichtige Themen wie Kultur, Werte und Normen oder Gesundheit“, weiß Youkhanna, der selbst seit 35 Jahren in Deutschland lebt. „Wir sind ja schon ein Multi-Kulti-Land und das macht uns reich!“ Und so sucht er zusammen mit Susanne Seeling, Integrationslotsin und Ehrenamtskoordinatorin bei Asyl im Oberland, und Norbert Räbiger, Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerkes, nun geeignete Kandidaten für die Ausbildung. „Unsere Kulturdolmetscher sollen nicht übersetzen im klassischen Sinne, sie sollen den Neuankömmlingen helfen, sich besser zurechtzufinden und beiden Seiten – Zuwanderern wie Einheimischen – mehr Verständnis füreinander vermitteln“, erläutert Youkhanna.

Als Kulturdolmetscher ist man dann an verschiedensten Stellen im Einsatz: In Schulen, Kitas, bei der Schulsozialarbeit, ebenso aber bei Behörden, Fachberatungsstellen, Ärzten, Pflege- und Altenheimen. „Und auch eine Zusammenarbeit mit Vereinen könnten wir uns – als zweiten Schritt – gut vorstellen“, ergänzt Seeling.

Die Finanzierung übernimmt zu 90 Prozent das Innenministerium, den Rest steuert das Evangelische Bildungswerk bei. Die Tätigkeit des Kulturdolmetschers ist ehrenamtlich, das Landratsamt hat aber signalisiert, eine Aufwandsentschädigung zu ermöglichen. Und eventuell soll es auch eine Gebühr der buchenden Einsatzstellen geben.

Es haben sich bereits einige Interessenten für den Kurs gefunden, aber es sind noch ein paar Plätze frei. Wer sich für eine Ausbildung zum Kulturdolmetscher interessiert, sollte sich schon jetzt den Termin für den Informations-Abend vormerken: Er ist geplant für Dienstag, 4. Mai, von 18 bis 19.30 Uhr, im Haus der Evangelischen Kirche am Öferl 8 in Weilheim. Der Kurs selbst soll im Zeitraum Mai bis Juli nach Absprache mit den Teilnehmern und der Kursleitung stattfinden.

Von Bianca Heigl

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