Peißenberger Kulturverein feierte zehnjähriges Jubiläum

Open-Air-Kino in traumhafter Kulisse

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Die Blickrichtung geht zur Leinwand – auch in der ersten Reihe bei Anja Kolumbus, Puppenkabarettist Josef Pretterer (Mitte) und Veranstaltungsleiter Wolfgang Haas.

Peißenberg – Aller guten Dinge sind drei: In den letzten beiden Jahren musste der Peißenberger Kulturverein sein Open-Air-Kino wegen des schlechten Wetters nach drinnen verlegen. Doch zum zehnjährigen Jubiläum hat es mit der Filmvorführung unter freiem Himmel endlich geklappt.

Rund 250 Cineasten pilgerten am vergangenen Samstag an einem traumhaften Sommerabend zum Tiefstollengelände, um sich auf einer 36 Quadratmeter großen Leinwand den Kinostreifen „Ziemlich beste Freunde“ anzuschauen. Zuvor sorgte der Auftritt von Josef Pretterer und seinem Puppenkabarett für ausgelassene Stimmung unter den Besuchern. Als Vorfilm wurde unter dem Titel „Mondnacht“ zudem ein Werk der aus Peißenberg stammenden Jungregisseurin Eva Merz gezeigt.

Das Freiluftkino als Jubiläumsveranstaltung war nicht nur beste Werbung für den Kulturverein, sondern auch ein Beleg dafür, dass Kultur in Peißenberg funktioniert und das historische Bergwerksareal die perfekte Kulisse dafür bietet.

Eine Peinlichkeit leistete sich lediglich die Rathausspitze. Sie schickte keinen offiziellen Vertreter an den Tiefstollen, sondern glänzte zur Verwunderung einiger Besucher durch Abwesenheit.

Der Laudatorenpart war somit allein Vize-Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Hermann Schnitzer vorbehalten. Der Altbürgermeister erinnerte an die „umstrittene Anfangsgeschichte“ des Kulturvereins, der es aber in der Folgezeit durch ein „großartig eingespieltes Team“ geschafft habe, die Tiefstollenhalle mit Leben zu füllen. Den Verantwortlichen im Verein wünschte Schnitzer für die weitere Arbeit jede Menge „Ausdauervermögen“, denn: „Peißenberg braucht den Kulturverein noch viele Jahre.“

Wie Andrea Jochner-Weiß in ihrem Grußwort betonte, hat sich der Kulturverein längst zu einer festen Institution am Ort entwickelt. In der Tiefstollenhalle würden auch Künstler eine Plattform erhalten, „die kulturelle Nischen ausfüllen“. Das gute Renommee des Vereins lasse sich bereits daran erkennen, dass andere Kultur- anbieter ihre Veranstaltungen nicht zeitgleich mit dem Spielplan in der Tiefstollenhalle terminieren: „Ein größeres Lob kann man Ihnen gar nicht machen“, würdigte Jochner-Weiß die Peißenberger Kulturorganisatoren.

Seit seiner Gründung hat der 166 Mitglieder starke Verein insgesamt 241 Veranstaltungen über die Bühne gebracht und dabei rund 20 500 Besucher registriert. „Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können“, erklärte Anja Kolumbus nicht ohne Stolz. Die Vereinsvorsitzende verwies zudem auf die ausgeglichenen Finanzen, lobte die professionellen Strukturen und äußerte den Wunsch, „dass die Peißenberger die Tiefstollenhalle als Schatz vor ihrer Haustüre erkennen.“

„Spezielle Anmerkungen“ hatte Kolumbus in ihrer Jubiläumsrede bezüglich der finanziellen Unterstützung durch die Gemeinde parat: „Kommen dabei andere Vereine etwa zu kurz?“, fragte die Vorsitzende, um die Antwort gleich selbst zu liefern: Es sei für die Kommune schwierig, Fördergelder gerecht zu verteilen. Ob Sport, Kultur oder Freizeiteinrichtungen wie die Rigi-Rutsch’n, jeder Bereich habe seine Berechtigung. „Aufgabe der Politik muss es deshalb sein, all das zu ermög- lichen“, so Kolumbus.

Von Bernhard Jepsen

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