Wie setze ich meine Kreuzchen?

Kumulieren, Panaschieren, Listenwahl – Rund um die Stimmenverteilung

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Dem Wähler stehen bei der Wahl des Kreistages mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, seine insgesamt 60 Stimmen zu verteilen.

Landkreis – „Das Wahlrecht ist eines der grundlegenden staatsbürgerlichen Rechte. Alle Wahlberechtigten sollten davon Gebrauch machen und ihrer Meinung Geltung verschaffen“, betont der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Aber wie wird eigentlich gewählt? Der Kreisbote bringt Licht ins Dunkel der Wahlkabine.

Gewählt werden am 15. März in Bayern die Landräte, Bürgermeister und Oberbürgermeister in unmittelbarer Wahl. Außerdem entscheiden die Wähler, wer für die nächsten sechs Jahre im Kreistag, Gemeinde-, Marktgemeinde- oder Stadtrat vertreten sein wird.

• Für die Wahl des künftigen Landrats und Bürgermeisters hat jeder Wähler nur jeweils eine Stimme zu vergeben. Liegen mehrere Wahlvorschläge vor, kann der Wähler sein Kreuzchen also hinter einen der Namen setzen. Einen weiteren Namen auf den Stimmzettel hinzuzufügen, ist nicht zulässig. Diese Möglichkeit besteht nur, wenn nur ein (oder gar kein) Wahlvorschlag vorliegt. Gewählt ist der Landrat oder Bürgermeister, wenn er mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat. Wurde diese Mehrheit nicht erreicht, kommt es zwei Wochen später zur Stichwahl.

• Jeder Wähler erhält jeweils einen Stimmzettel für die Landrats- und Bürgermeisterwahl, einen für Stadt- oder Gemeinderat sowie einen für die Kreistags­wahl. Bei dieser Fülle von Stimmzetteln, Listen und Kandidaten muss darauf geachtet werden, dass der Stimmzettel nicht ungültig wird, dies ist vor allem dann der Fall, wenn es nicht eindeutig erkennbar ist, für wen die Stimmen abgegeben werden oder wenn er leer oder mit Bemerkungen versehen in der Urne landet. Das Streichen von Namen allein genügt nicht. Ungültig ist er auch, wenn die Gesamtstimmenzahl überschritten ist, was vor allem bei der Wahl des Kreistags leicht passieren kann.

Während für Landrat und Bürgermeister nur eine Stimme vergeben werden darf, ist die Anzahl der Stimmen bei der Wahl des Kreistags und Gemeinde- sowie Stadtrats von der Einwohnerzahl und der Zahl der Mandate abhängig. So hat der Wähler hier im Landkreis bei der Kreistagswahl 60 Stimmen zu vergeben, da ebenso viele Sitze zur Verfügung stehen. Etwas komplizierter ist die Sache bei Gemeinde- und Stadtrat. Auch hier hängt die Zahl der Stimmen von der Einwohnerzahl ab. Aber keine Sorge: Die Zahl der zu vergebenen Stimmen ist auf den Stimmzettel gedruckt.

• Liegen mehrere Wahlvorschläge (Listen) vor, hat der Wähler verschiedene Möglichkeiten, seine Kreuze zu setzen. Kreuzt er nur eine Liste an, nimmt er den Vorschlag der jeweiligen Partei unverändert an. Jeder Kandidat auf dieser Liste erhält eine Stimme. Kandidaten, die zweimal aufgeführt sind, zwei, solche mit dreifacher Nennung drei Stimmen.

• Mit ihren Stimmen kann die wählende Person die Chancen einzelner Kandidaten, ein Mandat zu erringen, durch Häufeln (Kumulieren) vergrößern: Sie kann ihrem Favoriten bis zu drei Stimmen geben. Dabei ist darauf zu achten, dass die Gesamtstimmenzahl nicht überschritten wird.

Der Wähler kann aber auch Personen von verschiedenen Listen wählen (Panaschieren). Und letztlich sind Kumulieren und Panaschieren in Kombination mit einem Listenkreuz ebenfalls möglich. Das empfiehlt sich vor allem dann, wenn die wählende Person sicher stellen will, dass keine Stimme verloren geht. Durch das Listenkreuz werden die restlichen Stimmen an die Kandidaten der Liste der Reihenfolge nach vergeben.

• Ihre Stimme abgeben („aktives Wahlrecht“) dürfen bei Gemeindewahlen (Bürgermeister- und Gemeinderatsmitglieder) sowie bei allen Landkreiswahlen (Landrat und Kreisräte) alle Unionsbürger, also alle Deutschen im Sinne des Art. 116 Abs. 1 des Grundgesetzes, und alle Staatsangehörigen der übrigen Mitgliedsstaaten der Europäische Union, wenn sie das 18. Lebensjahr vollendet haben, sich seit mindestens zwei Monaten in der Gemeinde/im Landkreis mit dem Schwerpunkt ihrer Lebensbeziehungen aufhalten und nicht vom Wahlrecht ausdrücklich ausgeschlossen sind.

• Für das Amt eines Gemeinderatsmitgliedes oder eines Kreisrats ist jede Person wählbar, die seit mindestens drei Monaten in der Gemeinde oder bei Landkreiswahlen im Landkreis eine Wohnung hat, die nicht ihre Hauptwohnung sein muss. Bürgermeister- und Landratskandidaten müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben und Deutsche sein.

Online-Stimmzettel zum Üben

Ein riesiger Papierbogen mit zwölf Listen und unzähligen Namen – bei der Kreistagswahl kann es für den Wähler schon einmal komplizierter werden. Damit jeder vor dem 15. März schon ausprobieren kann, wie genau kumulieren, panaschieren oder Listenwahl funktioniert, gibt es einen Probestimmzettel.

Diesen hat das Landratsamt auf seiner Homepage zur Verfügung gestellt. Der Probestimmzettel entspricht dem amtlichen Stimmzettel und anonym kann jeder Wähler ausprobieren und üben, wie er seine Stimmen verteilen möchte. Der Wähler sieht nach jedem Klick, wie viele Stimmen er noch übrig hat.

Bereits bei den Kreistagswahlen 2008 und 2014 gab es dieses Online-Angebot. Das Wahlteam im Landratsamt hofft, den Wählern dadurch die Abstimmung zu erleichtern. Der Probestimmzettel ist verfügbar unter dem Reiter Aktuelles auf der Webseite des Landratsamtes.

Von Kreisbote

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