Schließung der Hortgruppe kompensieren

Längere Mittagsbetreuung an der James-Loeb-Grundschule in Murnau

Kindertagesstätte St. Nikolaus
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Wenige Monate vor der Schließung der Hortgruppe der katholischen Kindertagesstätte St. Nikolaus Ende Januar musste die Gemeinde schnell tätig werden, damit den Kindern eine bedürfnisgerechte Betreuung gewährleistet werden kann.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Es ging darum, schnell zu agieren. Ein Muss, man kam nicht umhin. Wegen der Schließung der Hortgruppe der katholischen Kindertagesstätte St. Nikolaus zum 31. Januar dieses Jahres, musste die Verwaltung der Marktgemeinde Murnau vorab eine Lösung finden – sehr kurzfristig. Verschiedene Möglichkeiten wurden geprüft, ehe sich die eine Lösung fand: eine Verlängerung der Mittagsbetreuung an der James-Loeb-Grundschule. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates machte die stellvertretende Geschäftsleiterin des Rathauses, Nina Herweck-Bockhorni, deutlich, wie wenig Zeit man zur Lösungsfindung hatte.

Das Gremium soll wissen, aus welchem Grund es in seiner jüngsten Sitzung so kurzfristig über eine verlängerte Mittagsbetreuung samt Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung an der James-Loeb-Grundschule abstimmen muss, ebenso über eine entsprechende Änderung in der Gebühren- und der Benutzungssatzung für den Besuch der Mittagsbetreuung an den Grundschulen des Marktes. Daher legt Nina Herweck-Bockhorni die vergangenen turbulenten Wochen im Schnelldurchlauf dar. Ende vergangenen Oktobers erfuhr die Marktgemeinde von der sich anbahnenden Schließung der Hortgruppe der Kindertagesstätte St. Nikolaus am Längenfeldweg. Am Tag darauf habe man „gleich ein Treffen“ mit den Beteiligten veranlasst, so Herweck-Bockhorni. Auch eine Stellenausschreibung habe der Markt veranlasst, „weil uns die Möglichkeiten von Social Media besser zur Verfügung stehen“, so die stellvertretende Geschäftsleiterin des Rathauses. Eine zusätzliche Fachkraft wurde gesucht.

Anfang November dann Vorstellungsgespräche. Mitte November ein Vorvertrag. Doch die Stelle wurde „dann leider nicht angetreten“, berichtet Herweck-Bockhorni. Wieder Stellenausschreibungen. Mitte Januar unterzeichnet die ersehnte Fachkraft, eine Erzieherin, den Arbeitsvertrag. „Sie hat Erfahrung im Hort“, verrät die stellvertretende Geschäftsleiterin des Rathauses.

Eine verlängerte Mittagsbetreuung „war die einzige Möglichkeit, die wir gesehen haben“, sagt Herweck-Bockhorni. In einem anderen Hort in Murnau konnten keine Kinder aufgenommen werden, Kapazitätsmangel, ebenso in der bestehenden Mittagsbetreuung. Die Entscheidung, die Mittagsbetreuung gerade in der James-Loeb-Grundschule auszubauen, lag nahe, da die Grundschulkinder der betroffenen Hortgruppe alle in diese Schule gehen, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Die Hortkinder, eine Gruppe von derzeit 14 Mädchen und Jungen, werden nun an ihrem Klassenzimmer abgeholt, verbringen die Zeit in den Räumen der bestehenden Betreuung beziehungsweise in Zimmern, die vormittags für Unterrichtszwecke genutzt werden. Die erweiterte Mittagsbetreuung, täglich von 11 bis 16 Uhr, aber sei nur möglich, „wenn alle fünf Tage gebucht werden“, erklärt die stellvertretende Rathaus-Geschäftsleiterin. Schließlich sollen die Kinder eine feste Gruppe bilden. Die Gebühren belaufen sich auf 60 Euro pro Kind und Monat, für Geschwisterkinder werden 30 Euro fällig. Die Kosten „sollen nach Art und Umfang ausgerichtet sein“, betont Herweck-Bockhorni. „Insgesamt ist es günstiger als Hortbetreuung“, verrät sie.

„Gratulation!“, sagt Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), „wahrscheinlich ist in Murnau in dieser Kurzfristigkeit noch nie eine Betreuungsgruppe eingerichtet worden“. Ein „Unglaublich“ entfährt Phillip Zoepf (Mehr Bewegen), der staunt, wie schnell man reagiert habe, und den metaphorischen Hut zieht. Die Lösung sei „gut und begrüßenswert“, zumal viele Eltern auf das Angebot angewiesen seien. Zugleich nimmt Zoepf die gelöste Problematik zum Anlass, um auf eine künftige Problematik hinzuweisen. Am Längenfeldweg werde ein neues Kinderhaus gebaut. Und wenn das steht, „muss auch Personal da sein“.

„Was für eine Arbeitsleistung“, findet auch Veronika Jones (Grüne). Schließlich sei der Arbeitsmarkt mit Erziehern wie leergefegt und es daher ein Glück, dass man eine Fachkraft für diese Aufgabe gefunden habe. Eine ausgebildete Erzieherin sei auch nicht selbstverständlich in einer Mittagsbetreuung. Jones hofft nun, dass die Eltern auf diese Lösung „vertrauen“ können. Nicht unerwähnt lässt sie, dass ein „unglaublicher Konkurrenzdruck“ zwischen den Ortschaften herrsche, wenn es um den Gewinn von Fachkräften der Erziehungsberufe gehe. „Wir müssen mal langfristig an das Thema rangehen“, mahnt Jones.

Am Ende beschließt der Marktgemeinderat einstimmig, eine Verlängerung der Mittagsbetreuung mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung an der James-Loeb-Grundschule zu veranlassen und die Gebühren- und Benutzungssatzung für den Besuch der Mittagsbetreuung an den Grundschulen des Marktes Murnau zu ändern.

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