Land unter in Wielenbach - Hochwasser nach Starkregen bedroht den Ort

Aus den Fugen geratene Bäche. Überflutete Straßen und Keller. Eine weggespülte Brücke. Bewohner und Hilfskräfte, die die Wasserfluten mit Sandsäcken abwehren: Der Dauer- und Starkregen am vergangenen Samstag setzte einigen Orten im Landkreis heftig zu. Besonders schlimm traf es Wielenbach, wo das Wasserrückhaltebecken bei Wilzhofen überzulaufen und die Ortschaft zu überfluten drohte. Um 17.45 Uhr erklärte das Landratsamt das Wielenbacher Gemeinedegebiet zum Katastrophenfall.

Bereits in den frühen Morgenstunden laufen in der Hardtsiedlung und in Wielenbach die Keller voll. Weitere Niederschläge verschärfen die Situation. 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Polizei, BRK und dem Katastrophenschutz des Landratsamtes eilen zu Hilfe. Von den drei Sandsackabfüllanlagen in Antdorf, Huglfing und Peißenberg werden 15000 Sandsäcke angeliefert und in Gemeindegebiet von Wielenbach verbaut. Die Bevölkerung wird per Lautsprecher über die aktuelle Situation informiert. Am Grünbach pumpen die Feuerwehren mit Spezialgerätschaften Wasser aus dem Bach. Kurz nach 20 Uhr gibt das Landratsamt endlich Entwarnung: Die Wasserpegel sind wieder gesunken, die Gefahr für Wielenbach ist gebannt. Das Weilheimer Stadtgebiet kommt bei dem jüngsten Hochwasser noch glimpflich davon. Anger-, Stadt- und Simetsbach können die Wassermassen nach der Rückhaltung in Eberfing jedoch nicht mehr aufnehmen. Bei den Schrebergärten am Ölschlag und bei einigen Anwohnern muss das Wasser mit Sandsackdämmen abgewehrt werden. Das Oberflächen- wasser vom Hang wird dem Gut Dietlhofen und einem Nachbarn zum Verhängnis. Die Pumpen laufen auch nachts. An der Hardtstraße nahe des Schörghofes stürzt eine unterspülte Brücke ein. Wassergeschädigte gibt es unter anderem in Oberhausen, wo die Unterführung an der B 472 vollgelaufen ist. Drei Hausbesitzer in der angrenzenden Blumensiedlung müssen die graubraune Wasserbrühe aus ihren Kellern pumpen. Die Straße zwischen dem Gasthaus „Strobl“ und der B 472 ist nicht mehr befahrbar. In Pähl schlägt ein Blitz in ein Wohnhaus ein. Zum Glück bricht kein Feuer aus, Dachziegel werden weggeschleudert, berichtet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim. Überflutet ist auch der Golfplatz in Hohenpähl. Clubmanager Claus Ammer und Attila Szabo vom Golfrestaurant machen das Beste draus und drehen auf dem Gelände eine Runde mit dem Schlauchboot. Das Zusammenspiel aller gut 500 Hilfskräfte „funktionierte wie ein Rädchen“, stellt Manfred Plonner vom Katastrophenschutzteam des Landratsamtes rückblickend fest. Durch die Sandsackverbauung konnte das Schadenspotenzial vor allem für die Hardtsiedlung „erheblich unten gedrückt“ werden. Die Höhe der Sachschäden lässt sich noch nicht beziffern.

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