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Mentalbäuerin fordert Landfrauen zu aktivem Marketing auf 

Tue Gutes und rede darüber

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Wenn Verantwortung zur Last wird: Mehrere Generation am Hof, Stallarbeit, regionale Vermarktung, Buchführung... Für jedes aufgezählte Tätigkeitsfeld lud Elke Pelz-Thaller (re.) Kathi Guggemoos ein weiteres Holzscheit auf.

Weilheim – Ein Holzscheit, ein zweites und noch eins.... Kathi Guggemoos aus Obersöchering kann die Last kaum halten, die ihr die eloquente Referentin in die Arme legt. „Ihr seid eine Berufsgruppe, die im Alltag viel Verantwortung trägt“, ruft Elke Pelz-Thaller ins Publikum.

Kreisbäuerin Silvia Schlögel, die den Landfrauentag in der Stadthalle zum letzten Mal organisiert hatte, hat Pelz-Thaller als Referentin nach Weilheim geholt. Das in Trachtenjanker, hautenger Hose und Plateauschuhen auftretende Bühnentalent nimmt kein Blatt vor den Mund. Pelz-Thaller erzählt, dass sie als Stadtkind erst durch ihren Mann zur Bäuerin wurde und mit ihm im Kreis Pfaffenhofen einen Gemischtbetrieb bewirtschaftet. Beruflich setzt sie aber noch andere Schwerpunkte, coacht Führungskräfte und ist als „Mentalbäuerin“ unterwegs.

Landfrauentag in Weilheim

 © Maria Hofstetter
 © Maria Hofstetter
 © Maria Hofstetter
 © Maria Hofstetter
 © Maria Hofstetter
 © Maria Hofstetter

Den circa 250 Landfrauen redet sie ins Gewissen, das, wo- mit sie nicht zufrieden sind, zu hinterfragen, um es verändern zu können. Die Landwirtschaft habe in den vergangenen Jahrzehnten vor lauter Produzieren ganz auf das Marketing vergessen: „Die Vermarktung machen zum größten Teil die anderen, die dann anstatt der Produzenten den Rahm abschöpfen.“ Am Beispiel eines bekannten Energy-Drinks machte Pelz-Thaller deutlich: „Es werden Emotionen gekauft und nicht der Inhalt.“

Zuvor hatte die scheidende Kreisbäuerin an ihre Berufskolleginnen appelliert, sich auf neue Wege einzulassen. Beim Bayerischen Bauernverband (BBV), merkte Schlögel kritisch an, habe sie gelernt, „dass gut Ding Weile braucht“. Ihre Forderungen nach einer Öffentlichkeitsarbeit, welche die Fachthemen für Mitglieder und Verbraucher verständlich und modern aufbereitet, seien im BBV lange unerhört geblieben. „Wie mit Emotionen gearbeitet wird, da sind uns manche ein Stück voraus“, so Schlögel. Das Publikum quittierte ihre Rede mit Standing Ovations. Auch der Landfrauenchor Pfaffenwinkel, der mit schwungvollen Liedern für Stimmung sorgte, wurde überrascht: Zum Zehnjährigen überbrachten ihm die Besucher im Saal ein melodisches Ständchen.

Ihrer Nachfolgerin, die am 21. Februar in Peiting gewählt wird, wünscht Schlögel ein ebenso „tolles Team“, wie sie es zehn Jahre lang hatte und viele engagierte Mitstreiter.

Maria Hofstetter

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