Landfrauentag in Stadthalle Weilheim - Silvia Schlögel mit Verdienstmedaille geehrt

Einen Tag Auszeit vom Alltag

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Mit den Vorbereitungen für den Landfrauentag waren heuer befasst: Vo.v.li.: Hermine Pröbstl, Maria Zwerger (Polling), Annelies Feierabend (Eberfing), Angelika Karg (Etting). Hi.v.li.: Maria Geiger (Polling), Marlies Leis (Eberfing), Elisabeth Schödlbauer (Oberhausen), Juliane Strobl (Etting) und Gertrud Degele (Oberhausen-Berg).

Weilheim – Das Thema „Heimat“ prägte am Dienstag den Landfrauentag in der Stadthalle, zu dem sich circa 250 Besucherinnen eingefunden hatten. „Aktiv und unermüdlich“ habe sich Silvia Schlögel in ihrer 15-jährigen Ära als Kreis- und Ortsbäuerin in vielen Belangen rund um die Landwirtschaft eingesetzt: Landrätin Andrea Jochner-Weiß zollte der Peitingerin, die ihr Ehrenamt mit Leidenschaft ausgefüllt hat, Respekt und steckte ihr einen Orden an.

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten habe Schlögel für die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland vorgeschlagen, um ihr Wirken als Kreis- und Ortsbäuerin öffentlich zu würdigen, erklärte Jochner-Weiß den versammelten Landfrauen und Ehrengästen in der Stadthalle. Schlögels Ziele, die diese mitunter auch recht hartnäckig zu verfolgen wusste, seien stets darauf ausgerichtet gewesen, die bäuerliche Landwirtschaft in ein positives Licht zu rücken. Beispielgebend dafür nannte die Landrätin den Pfaffenwinkler Milchweg, die „vielen hundert Häppchen“ für den Bayerischen Abend auf der Grünen Woche in Berlin oder das Frühstückangebot mit regionalen Produkten, nach dem sich 2015 die Teilnehmer der BR-Radltour in Weilheim gestärkt in die Pedale schwingen konnten. Dass sich die Besucher der Weilheimer Orla stets auf selbst gebackene Kuchen freuen können, sei ebenfalls Schlögels Initiative und ihren fleißigen Helferinnen zu verdanken. 

Landfrauentag in Weilheim

 © Maria Hofstetter
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Kontaktscheu sei die Geehrte keinesfalls, gab sich die Landrätin humorvoll und erinnerte an Persönlichkeiten wie die einstige Landwirtschaftsministerin Renate Künast (2001 bis 2005) oder den 2010 verstorbenen Grünen-Politiker Sepp Daxenberger, die sie auf den Familienbetrieb in Peiting-Ramsau eingeladen hatte. Die Verdienstmedaille, „eine hohe staatliche Auszeichnung“, darf bei festlichen Anlässen getragen werden, erklärte Jochner-Weiß und händigte Schlögel dazu gleich noch die „Trageordnung“ aus. 

„Es war eine tolle Zeit“, blickte Schlögel sichtlich gerührt zurück. Das große Arbeitspensum sei aber nur zu schaffen gewesen, weil Familie, Kreisvorstand und „Ex-Ehemann“ (BBV-Kreisobmann Wolfgang Scholz, Anm.d.Red.) ihre Ideen mitgetragen haben. Langweilig sei ihr nach der Abgabe des Ehrenamtes keinesfalls geworden, versicherte Schlögel: „Ich habe alle Hände voll zu tun. Schön ist, dass ich mir meine Zeit jetzt selbst einteilen kann.“ 

Die amtierende Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher holte für eine weitere Ehrung Martina Leis auf die Bühne: Die Wessobrunnerin ist jetzt geprüfte Hauswirtschaftsmeisterin. 

Ein weiterer Dank galt den Frauen der Ortsverbände Oberhausen-Berg, Etting, Eberfing und Polling, die den Landfrauentag gestaltet und hierzu eine Ausstellung zu „70 Jahre Landfrauen“ vorbereitet hatten. Im Foyer gab es verschiedene Spezialitäten aus eigener Produktion und österliche Dekoration zu kaufen.

Erstmals eröffnete nach der ökumenischen Messe, die der Landfrauenchor Pfaffenwinkel musikalisch gestaltete, Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher den Festtag. Seit 70 Jahren gibt es nun die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). „Wir können stolz darauf sein, die größte und stärkste Vertretung für Frauen aller Generationen im ländlichen Raum zu sein“, betonte Sulzenbacher. Als ältestes Angebot für die Mitglieder nannte sie das „Kuren und Erholen“: Schon 1952 gab es die „Bäuerinnen-Erholung“ auf dem Pähler Hardtschimmelhof. Die Bildungsarbeit nimmt heute breiten Raum ein. 

Die Ausstellung „70 Jahre Landfrauen“, Interviews mit den Ehrengästen, Auszeichnungen und das gemeinsame Mittagessen ließen die Zeit wie im Flug verstreichen. Am Nachmittag zog Leo Tiefenthaler, Landesobmann aus Südtirol, die Aufmerksamkeit auf sich mit dem Vortrag „Wie schafft Landwirtschaft Heimat?“ 

Eine Auszeit vom Alltag sei wichtig, sagte Sulzenbacher, die mit ihrer Familie in Schwabsoien einen Vollerwerbsbetrieb bewirtschaftet, am Rande der Veranstaltung: „Ob jung oder alt, die Frauen freuen sich auf diesen Tag.“

Maria Hofstetter

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