Volles Haus beim Landfrauentag in der Stadthalle Weilheim – Volksbegehren großes Thema

Eine Auszeit mit Politik

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Ein Mann Gottes: der frühere Abtprimas Dr. Notker Wolf mit Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher (re.) und Vizekreisbäuerin Maria Lidl.

Weilheim – Es war zu erwarten: Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ kam auch beim Landfrauentag für den Altlandkreis Weilheim am Dienstag in der voll besetzten Weilheimer Stadthalle zur Sprache.

Massive Kritik an der Initiative äußerte Rudi Deschler, Ehrenkreisobmann des Bayerischen Bauernverbands: Das Volksbegehren sei ein „Etikettenschwindel und eine Verdummung der Gesellschaft. Man will die Bauern schikanieren, bevormunden und das Bewirtschaften erschweren“, beanstandete er.

Auch Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher kann dem Volksbegehren nichts abgewinnen. „Statt das bäuerliche Engagement für Umwelt- und Naturschutz weiter auszubauen, wird Stimmung gegen die Landwirtschaft gemacht, nach neuen Regeln gerufen und ins Eigentum eingegriffen.“

Vizelandrätin Regina Bartusch mahnte zur Besonnenheit. Sie empfahl, dass man „nicht aufeinander losgehen“ und sich „nicht gegenseitig fertigmachen“ sollte.

Auch Pollings Bürgermeisterin Felicitas Betz fand es verkehrt, konfrontativ mit der ganzen Thematik umzugehen. Penz-

bergs Rathauschefin Elke Zehetner erklärte: „Es braucht fundierte Informationen von allen Seiten.“ Und Weilheims Stadtoberhaupt Markus Loth bekundete: „Es sollten beide Seiten gehört werden.“

Festredner war der ehemalige Abtprimas Dr. Notker Wolf. Sein Thema lautete „Im Dialog bleiben“. Wolfs Diagnose: „Das Problem ist, dass wir sprachlos geworden sind, dass wir nicht mehr miteinander reden.“ Dabei lebe die Demokratie davon. Das Aufeinanderhören sei beim Dialog das Allerentscheidendste. Am Ende wünschte sich der bekannte Benediktiner, „wir wären manchmal so kooperativ wie die Bienen“.

Für die Dekoration, das Kuchen- und Brotbacken und die Organisation der Tombola waren die Ortsverbände Obersöchering, Antdorf, Penzberg und Sindelsdorf zuständig. Das machte viel Arbeit, aber auch Spaß. „In der Zeit kommt man intensiv zusammen“, sagte Vizekreisbäuerin Maria Lidl, die auch Penzberger Ortsbäuerin ist.

Roland Lory

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