Im Landkreis lebt es sich am sichersten – Sicherheitsbericht 2010: Über 60 Prozent der Straftaten wurden aufgeklärt

Polizeipräsident Robert Heimberger (li.) vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd erläuterte den Sicherheitsbericht 2010 für Weilheim-Schongau. „Unser Landkreis ist mit der sicherste in Oberbayern, Oberbayern der sicherste Teil Bayerns und Bayern das sicherste Bundesland in Deutschland“, so das Fazit von Landrat Dr. Friedrich Zeller. Foto: Gsöll

„Kriminell zu werden ist im Landkreis Weilheim-Schongau nicht empfehlenswert“, stellte Landrat Dr. Friedrich Zeller beim diesjährigen Pressegespräch zur Sicherheitslage im Landkreis zufrieden fest. Er spielte damit auf die hohe Aufklärungsquote der Straftaten an.

Polizeipräsident Robert Heimberger vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd zog Bilanz über die Kriminalität und die Verkehrsunfälle im Landkreis Weilheim-Schongau, der zum Schutzbereich des Präsidiums in Rosenheim gehört. Gegenüber dem Vorjahr seien die Straftaten kaum gestiegen (um 0,5 Prozent). „Das sind 4698 Straftaten, von denen 2941 aufgeklärt wurden“, fasste Heimberger zusammen. Damit liegt die Aufklärungsquote bei 62,6 Prozent – das sind 2,9 Prozent mehr als 2009. 78,4 Prozent der Täter haben ihren Wohnsitz im Landkreis Weilheim-Schongau. Mit 32,5 Prozent macht die Diebstahlskriminalität den größten Teil der Straftaten aus Damit ist seit 2007 ein Rückgang um 18,7 Prozent zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote konnte hier um 2,4 Prozent gesteigert werden und beträgt 40,6 Prozent. Bei den Pkw-Diebstählen stagnierte die Entwicklung im Jahr 2010. Wie auch in 2009 wurden 15 Fälle registriert. Gegenüber zehn Fällen im Jahr 2009 konnte 2010 nur in acht Fällen ein Täter ermittelt werden. Die Einbruchsdiebstähle in Wohnungen gingen um zwei auf 30 Fälle zuruck. „Auffällig ist bei den Diebstahlsdelikten der mit 30 Prozent sehr hohe Anteil minderjähriger und heranwachsender Straftäter“, zeigte sich Heimberger besorgt. Diese Altersgruppe (bis 21 Jahre) falle vor allem bei Ladendiebstählen, Fahrraddiebstählen und Diebstählen rund um motorisierte Zweiräder auf. Umgekehrt ist bei der Jugendkriminalität auch Diebstahl die am häufigsten begangene Straftat (etwa ein Drittel), gefolgt von Körperverletzung (19 Prozent). Bei der Jugendkriminalität will das Präsidium verstärkt auf Prävention setzen: 44 Vorträge hielten die Jugendbeamten im Landkreis an Schulen. Schwerpunkte lagen auf den Themen Sucht, Gewalt, Eigentum sowie Gefahren im Zusammenhang mit dem Internet. Spezielle Angebote wurden entwickelt, wie „Zammgrauft“, ein Intensivkurs zur Gewaltprävention, oder das Projekt „Sauba bleim“, bei dem sich Jugendliche aktiv mit dem Thema Sucht und Drogen auseinander setzen sollen. Mit 18, 4 Prozent machen Vermögens- und Fälschungsdelikte den zweitgrößten Teil aus. Darunter fallen zum Beispiel Betrug, Unterschlagung, Urkundenfälschung, Geld- und Wertzeichenfälschungen. 865 Fällen wurden 2010 im Landkreis Weilheim-Schongau angezeigt. „Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 214 Fälle oder 32,9 Prozent“, erklärt Heimberger, der dies vor allem auf den enormen Anstieg der Straftaten im Zusammenhang mit den „Neuen Medien“ zurückführt. Jedes dritte Betrugsdelikt hatte einen Bezug zum Internet. 88,1 Prozent der Taten konnten aufgeklärt werden. 113 Fälle von Gewaltkriminalität wurden im vergangenen Jahr im Landkreis angezeigt. Darunter fallen Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub und gefährliche oder schwere Körperverletzung. Die Aufklärungsquote sank von 86,2 auf 81,45 Prozent. Eines der schlimmsten Beispiele ist hier das Familiendrama, das sich am 23. März 2010 in Obersöchering abspielte. Ein 70-Jähriger erschoss seine 64-jährige Ehefrau und beging anschließend Suizid. Vermutlich waren es finanzielle Probleme, die ihn zu dieser Tat getrieben hatten. Verkehrsunfälle 2010 3696 Verkehrsunfälle, 174 mehr als 2009, wurden im Landkreis registriert. 780 Personen wurden dabei verletzt. Sechs Personen kamen ums Leben. Im Vergleich der Unfallursachen (siehe Grafik) hat zwar das „Rasen“ nicht den höchsten Anteil. Allerdings sind hier mit 152 Verletzten die massivsten Auswirkungen auf die Opfer verzeichnet worden.

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