Projekt im Kreisausschuss vorgestellt

Landkreis Weilheim-Schongau ist »Inklusive Region«

Grafik Inklusive Region
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Die „Inklusive Region“ wird von vielen Säulen getragen. Dieser Grafik gehörte der Bewerbung des Landkreises für das Projekt an.
  • Ursula Gallmetzer
    VonUrsula Gallmetzer
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Weilheim-Schongau – Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen ist es nicht selbstverständlich, einen Platz an einer Regelschule zu bekommen. In mehreren Schulen in der Region ist dies jedoch möglich. Der Landkreis ist sogar als „Inklusive Region“ ausgewählt worden. Im Schul- und Kreisausschuss erklärten die Zuständigen kürzlich, was es damit auf sich hat.

Junge Menschen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf sollen gemeinsam lernen, so will es das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Bildungsangebote vor Ort werden daher kontinuierlich weiterentwickelt, um den individuellen Bedürfnissen von Schüler*innen besser gerecht zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Ministerium für Unterricht und Kultus die Initiative „Inklusive Regionen“ ins Leben gerufen. Pro Regierungsbezirk wurde ein Landkreis ausgewählt. In Oberbayern machte Weilheim-Schongau das Rennen.

Die Zusammenarbeit der Grund- und Mittelschulen mit den Förderschulen und Förderzentren steht nun ebenso im Fokus wie die Kooperation mit außerschulischen Institutionen und Partnern. So soll jeder Schüler mit besonderen Bedürfnissen passgenau gefördert werden.

„Es sind Dinge, die über das normale Angebot hinausgehen“, betonte Schulamtsdirektorin Ingrid Hartmann-Kugelmann. „Man muss manches neu denken und neue Ideen weiterentwickeln“, ergänzte Anja Mroß, Schulleiterin der Grundschule in Altenstadt. Derzeit ist ein zehnköpfiges, multiprofessionelles Team dafür im Einsatz. Begeisterung, Engagement und große Einsatzbereitschaft seien für diese Arbeit nötig, erklärte Hartmann-Kugelmann. „Wir wollen, dass das Thema Inklusion immer präsent ist.“

Schnelle Hilfe für die Schulen

Verschiedene Arbeitsschwerpunkte sollen Schulen erleichtern, dass alle Kinder und Jugendliche im Landkreis ihre Fähigkeiten bestmöglich zur Entfaltung bringen. Einer davon ist das Alternative Schulische Angebot, kurz ASA-Flex. Das ASA-Flex-Team kann von jeder Grund- und Mittelschule im Landkreis angefordert werden, wenn es Probleme im sozial-emotionalen Bereich gibt und zügiges Handeln notwendig erscheint.

Ein weiteres Instrument ist die Qualitätsskala zur inklusiven Schulentwicklung (QU!S). Sie soll eine Arbeitshilfe auf dem Weg zur inklusiven Schule sein. Fünf Schulen im Landkreis führen bisher das Profil „Inklusion“ und werden anhand dieses Instrumentariums begleitet.

Große Grundschulen erhalten im Rahmen der Kooperativen Sprachförderung (KSF) ein Stundendeputat, das vor allem der sprachlichen Förderung der Schulanfänger zugutekommt. Zusätzlich sollen künftig auch die Förderbereiche Lernen und sozial emotionale Entwicklung ausgebaut werden. „Gerade zu Corona-Zeiten ist das zusätzliche Stundendeputat ein wesentliches Thema, um Kinder mit Förderbedarf zu unterstützen“, sagte Hartmann-Kugelmann. Zwar habe es auch davor immer Kinder gegeben, die im sozial-emotional auffällig waren. Die Pandemie habe dies aber verstärkt.

Wichtig sei es, so Hartmann-Kugelmann, dass es regelmäßig in allen Bereichen für die Beteiligten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten gebe.

Alfred Honisch (Grüne) erkundigte sich nach den Visionen des Führungsteams der „Inklusiven Region“. „Es wäre schön, wenn die ganze Schulfamilie gut zusammenarbeitet“, antwortete die Schulamtsdirektorin. Dies würde auch die Realschulen und Gymnasien mit einbeziehen und sei bereits in Planung.

Einen Ausblick konnten die Vortragenden derzeit noch nicht geben. Für sie steht aber schon jetzt fest: „Wir sind auf einem guten Weg, aber längst noch nicht am Ziel.“

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