Teure Umleitungen

Landkreis zahlt an Gemeinden bei Schäden durch Ausweichstrecken

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Weil sich viele Verkehrsteilnehmer nicht an die ausgeschilderten Umleitungen halten, entstehen den Kommunen hohen Kosten.

Landkreis – Baustellen können so manchem Autofahrer einige Nerven kosten. Stau oder lange Umwege machen gerade den Weg zur Arbeit nicht unbedingt angenehmer. Doch es sind längst nicht nur die Verkehrsteilnehmer, die mit den Nebenwirkungen von Straßenbauarbeiten zu kämpfen haben. Für viele Gemeinden entstehen durch die Umleitungen hohe Kosten. Im jüngsten Kreisausschuss wurde jetzt über eine finanzielle Hilfe beraten.

Straßen halten nun mal nicht ewig. Irgendwann sind Sanierungen oder Ausbauarbeiten unumgänglich. „Wir versuchen nach einer Prioritätenliste die Kreisstraßen abzuarbeiten“, erklärte Landrätin Jochner-Weiß bei der Sitzung. Derzeit wird zum Beispiel an der WM 24 zwischen Rottenbuch und der Echelsbacher Brücke oder auch auf der WM 29 zwischen Paterzell und Peißenberg gearbeitet.

Durch die Maßnahmen müssen oftmals teils sehr weiträumige Umleitungen ausgeschildert werden. Doch die werden häufig gar nicht genutzt. Wie Jochner-Weiß berichtete, würden viele einfach den kürzesten Weg nehmen. Dank Navi auch kein Problem. Und Ortskundige würden gerne mal Schleichwege befahren, die für den allgemeinen Verkehr gar nicht gedacht sind. Das Problem sei, dass diese „Ausweichstrecken kaputt gefahren werden“, wie die Landrätin klar machte.

Viele der Ortsstraßen sind tatsächlich wegen bestehender Gewichtsbeschränkungen oder auch mangelnder Breite für einen solchen Verkehr nicht geeignet. Die Folge: Die selbstgewählten Umleitungen sorgen für Straßenschäden und damit für weitere Baustellen.

Freilich kommt das bei den betroffenen Gemeinde nicht gut an und sorgt auch schon mal für Ärger. „Das geht nicht immer reibungslos“, berichtete die Landrätin. Verständlich, denn die Kosten für die Reparaturen bleiben bei den Kommunen hängen.

Damit der Landkreis „sein Scherflein“ dazu beitrage, das Problem zu lösen, habe es bisher immer individuelle Verhandlungen mit den Gemeinden über eine Kostenbeteiligung gegeben, erklärte die Landrätin. Man wolle aber jetzt ein einheitliches Konzept. Und das sieht so aus: Bei allen Baumaßnahmen von Kreisstraßen wird für Schäden an Gemeindestraßen, die nicht offiziell als Umleitung ausgeschildert waren, ein Pauschalbetrag von einem Prozent der Baukosten übernommen. Das gilt für das erste Jahr der Maßnahme. Im zweiten und dritten Jahr sind es dann noch 0,5 Prozent. Als Höchstbetrag werden 50 000 Euro festgelegt.

Peter Erhard, Vorsitzender der CSU-Fraktion, unterstützte diesen Vorschlag. Man könne zig Schilder aufstellen, die Menschen würden dennoch den kürzesten Weg suchen. Markus Bader (SPD) zeigte sich etwas kritischer. Er forderte eine individuelle Prüfung, um die tatsächliche Ursache der Schäden zu klären. Doch Kreiskämmerer Norbert Merk widersprach: „Eine Bestandserhebung sollten wir uns ersparen.“ Zumal es nicht um die großen Beträge gehe.

Einstimmig wurde der Vorschlag von den Kreisräten angenommen, die freiwillige Leistung des Landkreises auf einen Pauschalbetrag festzulegen.

Von Stephanie Novy

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