Landrat ermahnt Bauern

Der Konflikt zwischen Bayerischem Bauernverband (BBV) und Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) spitzt sich zu. Weil nun auch der Milchweg bei Rottenbuch sowie dessen Initiatorin, Kreisbäuerin Silvia Schlögel, heftig kritisiert werden, schaltet sich Landrat Dr. Friedrich Zeller, erster Vorsitzender des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel, ein.

Jüngst stellte ein Landwirt einen historischen Leichenwagen entlang des Milchweges auf. Daneben ein Schild mit der Aufschrift „Tod des Pfaffenwinkler Milchwegs, der von Kreisbäuerin Silvia Schlögel und ihren Anhängern geschaffen wurde“. „Die Kreisbäuerin hat sich viel Mühe und Arbeit gemacht, indem sie den Milchweg angeschoben hat. Ich verstehe nicht, warum ausgerechnet diejenigen, die sich aktiv einbringen und unser Land voranbringen wollen, immer als Buhmann herhalten müssen“, stellte Zeller klar. Er bedauere sehr, dass Konflikte zwischen einzelnen Landwirten auf „den sehr erfolgreichen Milchweg“ übertragen würden. Zeller erinnerte daran, dass der Milchweg in Kooperation zwischen BBV, BDM, der Gemeinde Rottenbuch und dem Tourismusverband Pfaffenwinkel sowie zahlreichen weiteren Verbänden und Firmenspendern erstellt worden war. „Er stellt einen wichtigen Beitrag zur zukunftsfähigen Weiterentwicklung des touristischen Angebotes der Region dar“, heißt es in einer Pressemitteilung des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel. Auf das Problem „wild“ abgestellter Fahrzeuge der Touristen entlang des Milchweges mache der Tourismusverband die Besucher mit Flyern, im Internet und direkt am Weg mit „Milchwegregeln“ aufmerksam. Darauf würden die Milchweg-Besucher hingewiesen, auf die landwirtschaftlichen Arbeiten Rücksicht zu nehmen. Zudem gebe es an der Schönegger Käse-Alm ausreichend Parkplätze, wodurch das Problem „kaum existent sein dürfte“, so Landrat Zeller. Der Milchweg als Leuchtturmprojekt stärke die regionale Wirtschaftskraft sowohl im Tourismus als auch in der Landwirtschaft und sei von erheblicher Bedeutung, betont Zeller. Der Milchweg sei aber nicht nur ein touristisches Projekt, sondern diene in erster Linie auch der Landwirtschaft, indem er wichtige Informationen zum Lebensmittel Milch, zur Bedeutung der Milchprodukte und der Milch- wirtschaft vermittele. Dies solle einem besseren Verständnis der Bevölkerung für die Milchwirtschaft dienen. „Als Landrat fordere ich die Bauernschaft auf, ihren Streit nicht auf Kosten wichtiger regionalpolitischer Themen auszutragen, sondern zu einem friedlichen Miteinander zu finden.“

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