Andrea Jochner-Weiß bei Stichwahl haushoch überlegen

CSU erobert Landkreis zurück

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Eine zu Freudentränen gerührte neue Landrätin und ein souveräner Verlierer. Den zweiten Blumenstrauß hatte Dr. Friedrich Zeller für seine Ehefrau geordert.

Weilheim/Landkreis – Mit Andrea Jochner Weiß (CSU) wird erstmals eine Frau Landrätin von Weilheim-Schongau. Dr. Friedrich Zeller (SPD) fuhr bei der Stichwahl am Sonntag eine heftige Niederlage ein.

Es war ein Wahlabend voller Emotionen: Während sich die 52-jährige Wielenbacherin im Sitzungssaal des Landratsamtes schon verstohlen die Freudentränen aus den Augen wischte, kommentierte Zeller – angespannt aber sehr gefasst – die Ergebnisse aus den Gemeinden und begrüßte die in Scharen hereinströmenden Gäste. 

Landratswahl Weilheim-Schongau

Stark vertreten war die CSU bis hin zum Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, immer wieder brandete für Jochner-Weiß Beifall auf. 

Bitter für Zeller: Nur in Schongau lag er mit 58 Prozent vor seiner Herausforderin. In Penzberg wählten ihn nur 14 Prozent, wohl aus Protest dafür, dass das Krankenhaus nach Starnberg abgegeben wurde. Zeller bedankte sich bei allen Wahlhelfern, seiner Familie und gratulierte Jochner-Weiß, die zum 1. Mai für sechs Jahre ihr neues Amt antreten wird. Sein desaströses Ergebnis führt der Wahlverlierer vor allem auf seine Haltung in der Krankenhausdebatte zurück: „Wenn man unliebsame Wahrheiten verkündet, wird man abgestraft.“ 

Seine Ehrenämter als Stadtrat in Schongau und als Kreisrat wird er annehmen, aber „keinesfalls in die höhere Politik wechseln“, erklärte Zeller dem Kreisboten. Seine berufliche Zukunft könne er sich als Dozent in einer Hochschule vorstellen. Die überlegene Wahlgewinnerin, die jetzt bei den Bürgern im Wort steht, fasste ihre Ansprache in wenige Sätze: „Wir werden die Ärmel hochkrempeln“. An ihre Dankesworte für den „fairen Wahlkampf“ knüpfte sie den Vorsatz, alle Fraktionen stärker ins Boot zu holen. „Wir stehen vor großen Herausforderungen, die wir nur gemeinsam meistern können“, sagte sie mit Blick auf die anstehenden Aufgaben. 

Von Maria Hofstetter

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