Umwelfreundlicher Lieferservice muss noch warten

Vorerst kein Lastenfahrrad

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So ähnlich könnte das Lastenfahrrad aussehen.

Weilheim – Im September 2017 rollten über 200 elektrisch betriebene Fahrzeuge bei der größten eMobil Rallye Deutschlands, der eRUDA, über den Marienplatz. Zwei Monate später wurde das erste Elektroauto des Carsharing Vereins ÖkoMobil Pfaffenwinkel mit der dazugehörigen Ladestation beim Biomichl eingeweiht – in puncto „umweltfreundliches Fahren“ zeigt sich die Kreisstadt bemüht.

Um das hohe Verkehrsaufkommen zu reduzieren, wurde im Hauptausschuss über die Anschaffung eines Lastenrades abgestimmt. Es soll den Gewerbetreibenden kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, damit diese selbstständig einen umweltfreundlichen Lieferservice für Weilheimer Kunden aufbauen können, so die Idee von Grünen-Stadtrat Dr. Eckart Stüber, der den Antrag gestellt hat.

„Mehr als 150 Gewerbetreibende wurden über einen Mailverteiler des Aktionskreises Innenstadt angeschrieben“, erklärte Jutta Liebmann vom Amt für Standortförderung, Kultur und Tourismus. Es gab nur 14 Rückmeldungen. 50 Prozent fänden die Idee „gut“. Mit sieben Geschäften wurden Einzelgespräche geführt. Laut Liebmann zeigte sich, dass kein Geschäft bereit wäre, sich aktiv am Aufbau des Services zu beteiligen. Als Gründe wurden der hohe organisatorische Aufwand oder fehlendes Fahrpersonal genannt.

Es wurde nach alternativen Lösungen gesucht. Demnach könnte eine Zusammenarbeit mit Ökomobil Pfaffenwinkel e. V. erfolgen. Ein Lastenrad soll von der Stadt gekauft und dem Fahrzeug-Pool des Vereins zur Verfügung gestellt werden. Laut Liebmann könne so auf deren Logistik und Systeme zurückgegriffen werden. Ingo Remesch (SPD) sieht in dieser Variante das größte Umsetzungspotential. Allerdings müssten interessierte Gewerbetreibende einen Rahmenmietvertrag mit dem Verein abschließen und Fahrpersonal bereitstellen. In Variante zwei soll den Betrieben durch Zuschüsse ein Anreiz geboten werden, sich ein Lastenfahrrad zuzulegen. So könnte jedes Geschäft individuell verfahren.

Aufgrund der niedrigen Rücklaufquote von zehn Prozent sei die Idee noch „zu dünn“, so Bürgermeister Markus Loth. „Das Geld dafür bereitzustellen steht nicht in Frage. Aber wenn es nicht angenommen wird, macht‘s keinen Sinn.“ Der Antrag wurde bis auf Weiteres zurückgestellt.

Stüber merkte an, dass sich auch die SchülerInnen der elften Klasse des Weilheimer Gymnasiums im Rahmen des P-Seminars mit dem Thema auseinander setzen könnten.

Von Maria Lindner 

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